Die balearische Regierung hat das traditionelle Kunsthandwerk des Llata-Flechtens auf Mallorca offiziell als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Diese Technik, bei der Zwergpalmwedel zu Seilen und anderen Gegenständen verarbeitet werden, hat ihren Ursprung in der Altsteinzeit, wie Yolanda Izquierdo, eine Kennerin dieser Tradition, erklärt. Orte wie Capdepera und Artà waren seit jeher Zentren dieser Handwerkskunst.
Um die Tradition zu bewahren, engagiert sich die Vereinigung Art de la Pauma seit 2019 im Naturpark Llevant. Dort haben sich rund 130 Mitglieder zusammengeschlossen, die auch Llata-Kurse anbieten. Dies hilft, das Handwerk zu erhalten und moderne Designs mit traditionellen Techniken zu verbinden.
Traditionelles Flechthandwerk aus Capdepera und Artà
Yolanda Izquierdo, die selbst in Cala Ratjada Workshops veranstaltet, berichtet, dass diese Arbeit erdet und zur Ruhe kommen lässt. Das Ausgangsmaterial stammt von der Zwergpalme Garballó, die im Nordosten der Insel und im Tramuntana-Gebirge wächst.
Die Verarbeitung umfasst das Trocknen und Ausbleichen der Wedel, die anschließend in einem Schwefelofen weiterbearbeitet werden. Aus dieser Kunst entstehen unter anderem Körbe, Handtaschen und dekorative Elemente.
Museum zeigt Geschichte des Palmflechtens
Im Llata-Museum auf der Burg von Capdepera werden die historischen Aspekte und Produkte dieses Handwerks präsentiert. Izquierdo betont, dass die Kombination von Tradition und Moderne in ihrer Arbeit eine zentrale Rolle spielt, indem sie florale und geometrische Elemente integriert.
Izquierdo, die bereits vor 20 Jahren das Nähen beherrschte, fand durch die Llata-Kurse eine erweiterte künstlerische Ausdrucksform. Ihre Motivation zieht sie aus der Freude am Schaffensprozess und der Umsetzung ihrer Ideen.
Kurse und Workshops lassen dieses Kulturerbe weiterleben und wecken Interesse bei Teilnehmern aller Altersgruppen und Geschlechter.








