Die Diskussion um den Tourismus auf Mallorca hat sich in jüngster Zeit verschärft. Laut einer aktuellen Umfrage sind die Sorgen über die Überbelastung durch Touristen parteiübergreifend. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf den Balearen wünscht sich eine Begrenzung touristischer Unterkünfte. Besonders die Anhänger der Partei Més (95,7 Prozent) und der PSIB (79,1 Prozent) unterstützen diese Maßnahmen. Selbst Anhänger der konservativen Partido Popular (PP) und der rechtspopulistischen Vox zeigen zunehmend Bereitschaft für Begrenzungen, mit 52,6 Prozent beziehungsweise 54,8 Prozent Zustimmung.
Bezahlbarer Wohnraum wird zum drängendsten Anliegen
Ein zentraler Punkt der Debatte sind die steigenden Wohnkosten auf der Insel. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum wird als drängendstes Problem gesehen. Deshalb fordern quer durch alle politischen Lager, einschließlich PP (57,8 Prozent) und Vox (67 Prozent), Mietpreisdeckelungen. Auch die steigenden Lebenshaltungskosten und die Herausforderungen durch irreguläre Einwanderung stehen weit oben auf der Agenda. Gleichzeitig gibt es Bedenken um den Verlust der mallorquinischen Sprache, die vor allem bei Més-Anhängern (93,1 Prozent) und PSIB-Anhängern (64 Prozent) Sorgen hervorruft.
Verkehr und Umwelt belasten stärker als politische Extreme
Bemerkenswert ist, dass der Aufstieg der extremen Rechten weniger stark als Problem wahrgenommen wird, sowohl unter Més-Anhängern (5,8 Prozent) als auch in der Gesamtbevölkerung (1,3 Prozent). Vielmehr beschäftigen Verkehrsprobleme und Umweltbelastungen die Menschen. Eine frühere Umfrage zeigte bereits, dass 75,6 Prozent der Balearen-Bewohner die Touristenzahlen als zu hoch empfinden.
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die wachsenden sozialen Spannungen auf der Insel, die aus den Auswirkungen des Massentourismus resultieren. Die Forderungen nach Regulierungsmaßnahmen, wie der Begrenzung von Ferienvermietungen und Mietwagen, nehmen zu. Eine knappe Mehrheit (52 Prozent) unterstützt zudem eine Reduzierung der Tourismusförderung.










