Alicia Gallardo hat die Welt der Höhlen auf Mallorca für sich entdeckt, als Freunde sie 2012 zu einem ersten Abstieg einluden. Seither hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Joaquín diese Leidenschaft vertieft. Heute ist Gallardo Sekretärin des Balearischen Höhlenforschungsverbandes, während Joaquín als Vizepräsident tätig ist.
Die Insel Mallorca besitzt das dichteste Höhlennetz Europas mit etwa 5000 registrierten Höhlen und vielen weiteren unentdeckten Systemen. Einige dieser Höhlen erreichen Tiefen von bis zu 300 Metern, die nur mit Seilen und Kletterausrüstung zugänglich sind. Andere enthalten horizontale Seen mit konstanten Wassertemperaturen um 19 Grad Celsius.
Vallgornera – die größte Höhle der Insel
Besonders bemerkenswert ist die Höhle Vallgornera bei Llucmajor, die mit etwa 80 Kilometern die größte der Insel ist. Sie wurde in den 1960er Jahren entdeckt und ist aufgrund ihrer einzigartigen Struktur und Schönheit weltweit bekannt. Vallgornera besteht aus drei Ebenen: einer unter Wasser, einer auf dem Boden und einer höheren Galerie.
Im Rahmen eines europäischen Naturschutzprogramms wurden 30 Höhlen, darunter auch Vallgornera, für die Öffentlichkeit gesperrt. Um deren Schönheit dennoch zugänglich zu machen, haben Gallardo und ihr Mann einen Bildband über die Geschichte der Höhle erstellt.
Sicherheit und Ausbildung in der Höhlenforschung
Seit dem späten 19. Jahrhundert wird Höhlenforschung in Europa betrieben. Gallardo betont die Bedeutung guter Technik und angemessener körperlicher Fitness. Bei Seilabseilungen empfiehlt sie unbedingt die Teilnahme an einem Kurs, da dieser das sichere Anbringen von Haken und die Bewegung am Seil lehrt.
Für Gallardo ist die Ruhe in den Höhlen eine unvergleichliche Erfahrung. „In den Höhlen existiert eine andere Welt, die nichts mit derjenigen über der Erde zu tun hat“, schwärmt sie – eine treffende Beschreibung des Zaubers dieses geheimnisvollen Erbes Mallorcas.









