Die gewaltsamen Zwischenfälle bei einer Demonstration gegen Overtourism in Palma de Mallorca haben erhebliche Kontroversen ausgelöst. Bereits am 26. Juli kam es im Stadtteil Ses Voltes zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei. Aufnahmen von Drohnen und Sicherheitskameras zeigen, wie Hunderte von Demonstranten die Beamten umzingelten und angriffen. Nach Polizeiangaben warfen einige Teilnehmer Flaschen, Steine und andere Gegenstände auf die Einsatzkräfte.
Polizei und Organisatoren widersprechen sich
Die Polizei berichtet, dass rund 400 gewaltbereite Personen die Beamten gezielt provozierten, um Unruhen zu stiften. Gleichzeitig betonen die Einsatzkräfte, dass die Mehrheit der Demonstranten friedlich blieb. Die Organisatoren der Proteste widersprechen dieser Darstellung und kritisieren das Vorgehen der Polizei scharf. Sie behaupten, insgesamt 25 Menschen hätten Polizeigewalt erlebt, 15 davon benötigten aktive medizinische Betreuung.
Die Organisationen Alerta Solidària und Menys Turisme, Més Vida planen rechtliche Schritte gegen die Polizei. Sie sprechen von etwa 70.000 Teilnehmern, während die Polizei von 22.000 bis 25.000 Demonstranten ausgeht.
Ermittlungen laufen – politische Debatte entbrannt
Die Ermittlungen, die durch Videoaufnahmen unterstützt werden, rücken nun den Delegierten der Regierung auf den Balearen, Alfonso Rodríguez, in den Mittelpunkt scharfer Kritik. Polizeivertreter werfen der Regierung vor, Hinweise zu den Risiken des Veranstaltungsorts ignoriert zu haben. Die Frage nach der politischen Verantwortung für die Eskalation der Gewalt steht im Zentrum der aktuellen Diskussionen.
Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Sobald das gerichtliche Verfahren eröffnet wird, könnte es zu Festnahmen kommen. Die Debatte um die Rechtmäßigkeit der Polizeieinsätze und die unterschiedlichen Darstellungen der Ereignisse wird die Öffentlichkeit weiter beschäftigen.









