Mallorcas Einzelhandel steht zu Beginn des Jahres 2026 vor erheblichen Schwierigkeiten. Die kurzen Winterschlussverkäufe kennzeichnen einen holprigen Start. Joana Manresa und Carolina Domingo, Vorsitzende der Einzelhandelsverbände Afedeco und Pimeco, warnen vor einer Schließungswelle traditioneller Geschäfte. Hauptgründe sind fehlende Nachfolger und die Verlagerung zum Online-Handel. Trotz teils positiver Weihnachtsverkäufe erwarten die Branchenvertreter einen nachlassenden Konsum nach Abschluss der Rabattaktionen.
Parallel dazu belegen Daten des spanischen Statistikinstituts einen Bevölkerungsrückgang in mehreren mallorquinischen Gemeinden. Besonders betroffen sind Sant Llorenç des Cardassar, Escorca, Estellencs, Mancor de la Vall und Banyalbufar. Ausländische Investoren erwerben dort Immobilien, die häufig als Wochenenddomizile dienen oder unbewohnt bleiben. Diese Entwicklung bremst das demografische Wachstum der Dörfer erheblich.
Bezahlbarer Wohnraum wird zur Mangelware
In den betroffenen Ortschaften befinden sich zahlreiche Immobilien in Investorenhand. Die Folge: Einheimische können sich die gestiegenen Preise nicht mehr leisten. Bürgermeister der Gemeinden beklagen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und fordern Diskussionen über steuerliche Maßnahmen gegen Leerstand. Der Bürgermeister von Sant Llorenç des Cardassar verweist immerhin auf positives Wachstum in den Küstengebieten seiner Gemeinde.
Ohne gezielte wohnpolitische Maßnahmen droht die Identität der kleinen Dörfer verloren zu gehen. Das Erhalten der ländlichen Prägung Mallorcas steht auf dem Spiel.










