Auf den Balearen hat die wachsende Zahl an Migranten die sozialen Dienste unter Druck gesetzt. Fast 30 Prozent der Bevölkerung auf den Inseln sind inzwischen Migranten, wie der Präsident des spanischen Wirtschafts- und Sozialrates (CES), Antón Costas, erklärte. Diese Entwicklung führt zu einer „Saturationsphase“, die das Gesundheits- und Bildungssystem spürbar belastet.
Bei der Präsentation des Berichts „La realidad migratoria en España: prioridades para políticas públicas“ in Palma am Donnerstag betonte Costas die Notwendigkeit konkreter öffentlicher Maßnahmen. Viele Migranten arbeiten in zentralen Sektoren wie Tourismus, Gastgewerbe, Landwirtschaft und Bauwesen und sind damit wichtig für die Wirtschaft der Balearen.
Wirtschaftliche Bedeutung und öffentliche Wahrnehmung
Der CES-Bericht hebt die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen der Migration hervor. Eine allgemeine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Einheimische sei nicht zu beobachten. Dennoch hat sich die öffentliche Wahrnehmung der Migration in Spanien verschlechtert – ein Wandel, der die früher tolerante Haltung gegenüber Migranten infrage stellt.
Forderung nach Ausbau öffentlicher Dienste
Costas kritisiert die unzureichende Stärkung öffentlicher Dienste in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte. Der Bericht fordert mehr Ressourcen für Gesundheitswesen, Bildung, Wohnungsbau und Transport. Nur so lasse sich den negativen Effekten entgegenwirken, die oft zu Unrecht mit der Zuwanderung in Verbindung gebracht werden.









