„`html
Die dramatische Lage im Mittelmeer hat sich in den vergangenen Tagen weiter verschärft. Am Mittwochabend retteten Einsatzkräfte 23 Migranten rund 60 Seemeilen südlich von Mallorca aus einem Boot. Drei Menschen überlebten die Überfahrt nicht. An der Rettungsaktion beteiligten sich die spanische Seenotrettung, die Guardia Civil sowie Zoll- und Grenzbehörden im Hafen von Palma. Die Überlebenden stammen aus Ländern südlich der Sahara. Sie berichteten, während der Überfahrt von Algerien sei täglich ein Mensch gestorben. Die Leichen der Verstorbenen seien ins Meer geworfen worden.
Am Dienstagmittag entdeckte die spanische Seenotrettung zunächst zwei Schiffbrüchige südöstlich von Cabrera. Sie wurden per Hubschrauber ins Großklinikum Son Espases geflogen. Im Laufe des Tages barg die Guardia Civil zwölf weitere Menschen sowie zwei Leichen aus dem Wasser. Mehrere Gerettete mussten wegen Verbrennungen und schwerer Erschöpfung medizinisch behandelt werden. Drei weitere Überlebende wurden später gefunden und ins Krankenhaus Son Llàtzer gebracht.
Weitere Tragödien überschatten Rettungsaktionen
Die jüngsten Rettungsaktionen werden von einer weiteren Tragödie überschattet. In der Nacht zum Dienstag wurden zwei völlig entkräftete Männer südwestlich von Mallorca gerettet. Sie berichteten, ihre Gruppe habe 19 Menschen umfasst, von denen 17 während der 15-tägigen Irrfahrt gestorben seien. Eine anschließende Suche nach den Vermissten verlief erfolglos. Nach Angaben der Hilfsorganisation Caminando Fronteras werden fünf weitere Boote mit insgesamt 76 Vermissten gesucht, die versucht hatten, die Balearen von Algerien aus zu erreichen.
Seit Jahresbeginn wurden auf den Balearen 172 Migrantenboote mit insgesamt 3.231 Menschen an Bord registriert. Im gesamten Jahr 2024 erreichten 7.321 Menschen auf 401 Booten von Nordafrika aus die Inseln. Gegenüber 2023 stieg die Zahl der Migranten um 24,5 Prozent, die Zahl der Boote um knapp 15 Prozent. Die Route über das Mittelmeer bleibt trotz erheblicher Gefahren stark frequentiert.
„`








