Francina Armengol hat sich aus der balearischen Politik zurückgezogen. Die Vorsitzende des PSIB-PSOE wird bei den nächsten Autonomiewahlen nicht mehr als Kandidatin für die Präsidentschaft der Balearen antreten. Der balearische PP wertet dies als überfälligen Schritt und kritisiert, dass Armengol das Amt mit drei Jahren Verspätung räumt, nachdem sie im Mai 2023 von den Bürgern abgewählt wurde. Sebastià Sagreras, Sprecher des PP Baleares, betonte, dass Armengol bei den letzten Wahlen gegen Marga Prohens verlor und auch bei den anschließenden Europawahlen keine Erfolge erzielen konnte. Umfragen bestätigten ihren politischen Abstieg.
PP kritisiert Armengols Bilanz als Regierungschefin
Der PP machte Armengol für politische Versäumnisse verantwortlich, darunter die Schaffung von 115.000 touristischen Betten, die die Balearen an ihre Grenzen gebracht hätten. Zudem habe sie nichts gegen den Anstieg der Wohnkosten unternommen und zu wenig in die Infrastruktur investiert. Weitere Vorwürfe betrafen den Korruptionsskandal rund um den Kauf unbrauchbarer Masken für 3,7 Millionen Euro, für den sie Verantwortung übernehmen sollte. Die Konservativen werten ihren Rückzug aus der Kandidatur als Eingeständnis ihrer politischen Fehler.
Armengol behält jedoch ihre Position als Präsidentin des Kongresses der Abgeordneten, was der PP als unzureichend ansieht. Die Partei fordert ihren sofortigen Rücktritt aus diesem Amt. Auch die Umstände ihrer erneuten Kandidatur zur Generalwahl 2023 waren parteiintern umstritten, da sie allein über ihre Kandidatur entschied und keine Primärwahlen zuließ.
Parteiinterne Spannungen beim PSIB-PSOE
Innerhalb des PSIB-PSOE stieß Armengols Führungsstil auf Kritik, da sie weiterhin selbst über ihre Rolle in künftigen Wahlen bestimmen wollte. Während für alle anderen Kandidaten der Balearen Primärwahlen abgehalten wurden, machte Armengol eine Ausnahme für sich und bestimmte sich selbst zur Spitzenkandidatin für die nationalen Wahlen. Ihre Entscheidungen führten auf regionaler Ebene zu erheblichem Unmut.
Die Zukunft von Armengol im Kongress bleibt ungewiss. Die Partei will mit neuen Gesichtern und weniger autoritären Strukturen auftreten. Die innerparteiliche Krise soll überwunden werden, indem die derzeitige Leitung endet und frisches Personal die Partei auf kommende Wahlen vorbereitet.










