Die Gewerkschaft der Guardia Civil auf den Balearen schlägt Alarm: 85 Beamte haben sich für eine Versetzung aufs spanische Festland entschieden, während nur 15 neue Kräfte nach Mallorca kommen. Fünf davon müssen mindestens ein Jahr auf der Insel bleiben. Unterm Strich bedeutet das einen Verlust von 70 Beamten.
Die Gewerkschaft JUCIL bezeichnet diese Entwicklung als besorgniserregend – besonders vor dem Hintergrund steigender Kriminalitätszahlen. Zudem wächst die Bevölkerung auf Mallorca kontinuierlich, und die Zahl der ankommenden Migrantenboote nimmt zu. All das belastet die ohnehin angespannten Sicherheitskräfte zusätzlich.
Hohe Lebenshaltungskosten treiben Polizisten von Mallorca weg
Hauptgrund für die Abwanderung sind die hohen Lebenshaltungskosten auf den Balearen, insbesondere die schwierige Wohnungssuche. Die Gewerkschaft fordert seit Langem eine Erhöhung des Inselzuschlags. Ohne finanzielle Anreize bleiben zu wenige Beamte freiwillig auf der Insel.
Bislang hat Madrid trotz langwieriger Verhandlungen nur unzureichende Maßnahmen umgesetzt. Die angekündigte Angleichung an die Regelungen der Kanarischen Inseln sei laut JUCIL eine „Schein-Angleichung“. Die Versprechungen der Regierung hätten zu Enttäuschung und Resignation unter den Beamten geführt.
Neue Versetzungsrunde könnte Lage dramatisch verschlechtern
Die Situation droht sich im März weiter zuzuspitzen, wenn die nächste landesweite Versetzungsrunde startet. Bis zu 400 der 450 Beamten ohne Mindestverbleib könnten dann ihre Versetzung beantragen, sofern die Regierung nicht kurzfristig gegensteuert. Für die Sicherheitsstrukturen auf Mallorca wäre das eine harte Belastungsprobe.










