Ein Gericht in Palma hat die Zwangsräumung der letzten 80 Bewohner des alten Stadtgefängnisses genehmigt. Die Maßnahme soll noch im Juni umgesetzt werden. Bürgermeister Jaime Martínez erklärte, dass der Beschluss nach einem Antrag der Stadt zur Rückgewinnung des Gebäudes ergangen sei, das ehemals von mehr als 200 meist maghrebinischen Bewohnern besetzt war.
Die Sicherheitsbehörden planten die Koordination der Räumung in einer außerordentlichen Sitzung des lokalen Sicherheitsrats. Die Bewohner hatten sich unrechtmäßig in dem verfallenen Gebäude niedergelassen, das zum Schauplatz von Verbrechen wie Vandalismus und Drogenkonsum wurde.
Gesundheitsgefahr und Brandrisiko im alten Gefängnis
Das Gericht stellte fest, dass die Gesundheitszustände der Bewohner aufgrund mangelnder Infrastruktur untragbar seien. Berichte der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden unterstrichen die Gefahr, die von der feuergefährdeten Struktur ausgeht und die eine Evakuierung zusätzlich erschwert.
Trotz der Notwendigkeit des Vorgehens betonte Bischof Sebastià Taltavull die Wichtigkeit einer individuellen Betreuung der betroffenen Personen. Die Kirche stehe zur Unterstützung bereit, könne jedoch keine Masseneinrichtung anbieten.
Spuren von Unordnung sind auch außerhalb des Areals sichtbar, wie das Vorhandensein von verlassenen und verwüsteten Autos belegt. Innerhalb der Mauern des Gefängnisses sind improvisierte Umbauten zu erkennen, die grundlegende Bedürfnisse wie fließendes Wasser jedoch nicht lösen konnten.
Die Stadtverwaltung bekräftigte, dass soziale Dienste zur Unterstützung bereitstehen, um eine sinnvolle Integration der betroffenen Menschen zu gewährleisten.










