Die Aktivistenbewegung auf Mallorca hat angesichts des zunehmenden Tourismusdrucks scharfe Forderungen aufgestellt und teils kontroverse Aktionen durchgeführt. Die Bewegung „Menys Turisme, Més Vida“ fordert einen Vergabestopp für neue Tourismuslizenzen und eine drastische Reduzierung der Mietwagenflotte. Zudem soll jegliche Tourismuswerbung eingestellt und die Übernachtungsabgabe massiv erhöht werden. Diese Maßnahmen sollen die Landschaft bewahren und soziale Ungleichheiten abbauen.
Die Umweltverbände GOB und Terraferida unterstützen diese Forderungen. Sie betonen, dass die wirtschaftliche Abhängigkeit Mallorcas vom Tourismus die Lebensqualität der Einwohner beeinträchtigt. Sie fordern ein Ende des Wachstums in der Tourismus- und Bauwirtschaft und einen Fokus auf nachhaltige Alternativen.
Kontroverse um Protestformen: Wo liegen die Grenzen?
In einem umstrittenen Leitfaden schlagen Aktivisten Maßnahmen wie die Beschmierung von Fassaden vor. Dies stieß auf massive Kritik von Seiten der Tourismusbranche und der Regierung. Der Hotelverband FEHM erwägt rechtliche Schritte, da die Grenze des legitimen Protests überschritten sei, wenn Unternehmen gezielt angegriffen werden. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Nach der Veröffentlichung des Leitfadens wurden in Santa Maria zwei Frauen verhaftet, die Immobilienbüros mit Graffiti verunstaltet haben sollen. Diese Vorfälle haben gemischte Reaktionen innerhalb der Inselbevölkerung ausgelöst. Aktivisten betonen, dass der wahre Schaden durch das Tourismusmodell verursacht wird. Gleichzeitig distanzieren sich einige Organisationen von gewaltbereiten Aktionen.









