Die Casa de la Misericordia, das imposante Bauwerk im Herzen von Palma, hat die zweite Phase seiner umfassenden Sanierung erfolgreich abgeschlossen. Das historische Gebäude, das im 17. Jahrhundert von Jesuiten als Hospiz errichtet wurde, erstrahlt in neuem Glanz und öffnet wieder seine Pforten für die Öffentlichkeit. Das Projekt wurde mit dem Premi Ciutat de Palma ‚Guillem Sagrera‘ ausgezeichnet, was die Bedeutung dieser Restauration unterstreicht.
Verantwortlich für diesen Meilenstein zeichnet das Architektenteam aus Matías Togores, Pedro Bonet, Catalina Riera und Esteve Torres, das mit Sorgfalt und Respekt vor der ursprünglichen Bausubstanz arbeitete. Laut Matías Togores befreite der Abriss unnötiger und entstellender Hinzufügungen das Bauwerk nicht nur von baulichen Lasten, sondern durchflutete es auch wieder mit natürlichem Licht. Dadurch wurden ehemals gesperrte 4.000 Quadratmeter wiederentdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Unterirdische Zisterne als spektakulärer Fund
Eine bedeutende Entdeckung während der Sanierung war ein bisher unbekannter unterirdischer Zisternenspeicher. Er wurde durch das Ausheben eines 14 Meter langen Tunnels freigelegt. Dieses eindrucksvolle Bauwerk aus lokalem Marès-Stein zeigt sich in voller Pracht, ergänzt durch eine raffinierte Beleuchtung. Sie hebt die natürlichen Kalziumcarbonate im Stein hervor und bietet ein atemberaubendes visuelles Erlebnis.
Die Restaurierung arbeitete im Einklang mit der Tradition und förderte die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern. Bestehende steinerne Gewölbe wurden restauriert und ergänzt, um die strukturelle Integrität des Gebäudes zu bewahren und eine moderne Nutzung zu ermöglichen. Ziel der umfangreichen Sanierung ist es, die Casa de la Misericordia den Bürgern als kulturelles und soziales Zentrum zurückzugeben.
Die Arbeiten an diesem Bauwerk zeigen beispielhaft, wie historische Wahrzeichen mit Respekt, innovativer Technik und traditionellen Handwerkskünsten zu neuem Leben erweckt werden können. Das Projekt verdeutlicht die Bedeutung der Architektur nicht nur als funktionalen, sondern auch als sensorischen und gesellschaftlichen Raum.










