Auf Mallorca hat die Zahl der jungen Menschen, die die Insel verlassen, in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Jahr 2025 wanderten 28 Prozent der Jugendlichen von den Balearen ab, wobei Palma der Hauptschauplatz dieser Entwicklung ist. Seit 2009 stieg die Zahl der Auswanderer in der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren um nahezu 300 Prozent. Dennoch lebt auf Mallorca weiterhin ein erheblicher Anteil der jungen Bevölkerung, während Ibiza, Menorca und Formentera zusammen deutlich weniger Jugendliche zählen.
Mentale Gesundheitskrise bei jungen Menschen auf Mallorca
Neben der demografischen Herausforderung kämpft die junge Bevölkerung der Balearen mit einer mentalen Gesundheitskrise. Ausgelöst wird diese durch steigende Wohnkosten und den Druck des Tourismus. Eine aktuelle Studie zeigt: Suizid ist die häufigste Todesursache bei Menschen zwischen 15 und 29 Jahren in der WHO-Europaregion. Fast die Hälfte der jungen EU-Bürger gibt an, keinen Zugang zu notwendigen psychischen Gesundheitsdiensten zu haben. Junge Menschen auf den Balearen leiden besonders häufig unter Depressionen und Angstzuständen.
Die Studie nennt hohe Wohnkosten, unsichere Arbeitsverhältnisse und die touristisch bedingte Wohnraumknappheit als Hauptursachen für die psychische Belastung junger Menschen. Gefordert wird eine umfassendere öffentliche Politik, die neben der Gesundheitsversorgung auch bezahlbaren Wohnraum und stabile Beschäftigungsverhältnisse sicherstellt.
Mehr als ein Drittel der jungen Menschen bewertet ihre Lebenssituation als schlecht bis sehr schlecht. Lediglich 34 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft und glauben an eine Verbesserung ihrer Lage – eine direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen auf den Inseln.










