Der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, hat am Mittwoch erklärt, dass einige Migranten, die mit Pateras aus Algerien ankommen, direkt zur alten Haftanstalt gehen, um dort zu übernachten. Das Rathaus hat die Zahl der Bewohner dieses Ortes nach oben korrigiert: von 206 auf 226 Personen.
Martínez erklärte, einige Migranten kennen die Adresse der alten Haftanstalt von dort lebenden Bewohnern. Ein Zugang sei allerdings nicht möglich, da die Polizei dort seit fast einem Monat Kontrollen ausübe.
Informationen aus Algerien über Mobiltelefone
Laut Martínez werden Migranten von ihren Helfern aus Algerien mit Mobiltelefonen über die Adressen informiert. Trotzdem gebe es aufgrund der polizeilichen Überwachung keinen Zutritt. Der Bürgermeister betonte, dass das Rathaus mit der Räumung der Anlage beschäftigt sei. Bislang sei es zu keiner freiwilligen Ausreise gekommen. Angebote für temporäre Unterkünfte stünden zur Verfügung, jedoch erfülle der Großteil der Betroffenen nicht die notwendigen Bedingungen.
Lucía Muñoz, Sprecherin von Podemos Palma, warf Martínez vor, „eine Paniknarrative zu fördern“. Ihrer Meinung nach handele es sich nicht um ein verbreitetes Phänomen, sondern um einen einzelnen Fall. In der Nacht von Freitag seien zwei junge Menschen in Llucmajor angekommen und zur alten Haftanstalt gefahren worden. Einer der beiden sei in schlechtem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden. Der andere hatte angegeben, minderjährig zu sein, sein Aufenthaltsort sei unbekannt.
Kritik an Umgang mit Minderjährigen
Muñoz kritisierte, dass dem Jugendlichen ein Ausweisungsbeschluss erteilt worden sei, was besonders problematisch sei, wenn er tatsächlich minderjährig wäre. Sie forderte von den Behörden, Minderjährige in Schutzkreise zu integrieren oder eine Altersbestimmungsprüfung durchzuführen. Muñoz äußerte Besorgnis über mögliche „heiße Abschiebungen“ ohne Altersprüfung.
Der Vorfall hat die politische Debatte über die Ankünfte von Migranten auf Mallorca und die Reaktion der Stadtverwaltung verschärft. Die unterschiedlichen Positionen führen zu Spannungen zwischen den politischen Akteuren der Insel.










