# Kritik an neuem EU-Fischereireglement: Balearen wehren sich
Die Regierung der Balearen hat dem spanischen Landwirtschaftsministerium ein Dokument übermittelt, in dem sie sich gegen das neue EU-Fischereikontrollreglement ausspricht. Die von der Direktion für Fischerei erstellten Einwände basieren auf der Ansicht, dass die neuen Verpflichtungen des Elektronischen Bordtagebuchs für die Küstenflotte des Mittelmeers untragbar seien. Diese könnten die wirtschaftliche Existenz und die sozialen Bedingungen des Sektors gefährden.
Vierstündige Anmeldefrist als Problem
Laut der balearischen Regierung trägt das aktuelle System bereits zur zeitnahen Kontrolle der Fänge und deren Nachverfolgbarkeit bei. Verpflichtungen wie die vierstündige Anmeldefrist vor Rückkehr in den Hafen hält man für unnötig. Zudem bedeuten die Vorschriften, dass Besatzungen Zeitverlust beim Aufteilen und Erfassen der Fänge riskieren, was den Kraftstoffverbrauch erhöht und maritime Gefahren hervorrufen kann.
Gewerkschaften kritisieren Verwaltungsaufwand
Die großen Gewerkschaften CCOO und UGT äußerten ebenfalls Bedenken, dass die Richtlinie den Verwaltungsaufwand über die Sicherheit der Seeleute stellt. Sie kritisieren, dass durch die Normen das Arbeitsrecht der Seeleute verletzt werde, da Pausenzeiten für Verwaltungstätigkeiten nach den Vorschriften verwendet werden müssten. Beide Organisationen betonen, dass die hohen Verwaltungsanforderungen und die Notwendigkeit, jeden Fang zu registrieren, zusätzliche Risiken und ein hohes Sanktionsrisiko bedeuteten.
Forderung nach flexibleren Regelungen
Die Gewerkschaften fordern die Teilnahme an Gesprächen zwischen Fischereisektor und Verwaltung, um Lösungsvorschläge einzubringen. Sie möchten flexiblere Benachrichtungszeiträume, abhängig von Schiffstyp und Standort, sowie Vorrang für die Besatzungssicherheit. Die balearische Regierung und die Gewerkschaften arbeiten eng zusammen, um die Fischerei auf den Inseln zu sichern.










