Misshandlung eines behinderten Mannes in Manacor: Sechs Personen verurteilt
Sechs Personen wurden zu fünf Monaten Haft verurteilt, nachdem sie einen behinderten Mann in Manacor misshandelt hatten. Die Verurteilten hatten dem Opfer Tätowierungen zugefügt, seine Lippen verklebt und seine Zehen zusammengenäht. Die Taten ereigneten sich im März 2021 im Rahmen eines Online-Wettbewerbs, den die betroffene Person selbst initiiert hatte.
Opferorganisationen betonen, dass der Mann aufgrund einer geistigen Behinderung nicht in der Lage war, die Tragweite solcher Handlungen zu erfassen oder wirksam einzuwilligen.
Täter bleiben trotz Schuldspruch auf freiem Fuß
Obwohl die Angreifer sich schuldig bekannten und dem Opfer eine Entschädigung zahlten, müssen sie nicht ins Gefängnis. Voraussetzung dafür ist, dass sie keine weiteren Straftaten begehen und an einem Sensibilisierungskurs teilnehmen.
Der Prozess und das Urteil sorgten für großes Aufsehen und Kritik. Ursprünglich sollten die Täter zu höheren Strafen verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte jedoch eine mildere Strafe, nachdem der Mann als Veranstalter des „Cambia mi look o destrózalo“-Spiels („Verändere meinen Look oder zerstöre ihn“) dargestellt wurde.
Gericht sieht Überschreitung der Grenzen
Das Gericht stellte fest, dass die Verurteilten zwar erkannt hatten, die Grenze des Erlaubten überschritten zu haben, die Vereinbarungen im Rahmen des Spiels jedoch nicht ausreichend beachtet wurden.
Diese Ereignisse verdeutlichen die Gefahren solcher vermeintlichen „Späße“ und lösten einen gesellschaftlichen Diskurs über Verantwortung im digitalen Raum aus.










