Das mallorquinische Unternehmen Vaciados La Talalla hat sich auf die Beseitigung extremer Vermüllungszustände spezialisiert. In den vergangenen 15 Jahren räumte die Firma 370 Wohnungen, deren Bewohner unter dem Diógenes-Syndrom leiden. Juan José Salvá, der den Betrieb gemeinsam mit seinem Vater führt, beobachtet eine besorgniserregende Zunahme solcher Fälle. Aus Scham verschweigen Betroffene ihr Problem jedoch häufig.
Einziger Spezialist auf den Balearen
Vaciados La Talalla ist das einzige Unternehmen auf den Balearen, das sich auf die Reinigung derart verwahrloster Immobilien spezialisiert hat. Salvá dokumentiert die Einsätze mit Videomaterial, das das erschreckende Ausmaß der Zustände zeigt. Die Kosten für eine Entrümpelung liegen zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Neben Müllbergen stoßen die Mitarbeiter regelmäßig auf gesundheitsgefährdende Ratten- und Kakerlakenplagen.
Scham verhindert rechtzeitige Hilfe
Meist wenden sich verzweifelte Angehörige oder Nachbarn an das Unternehmen, wenn die hygienischen Zustände untragbar werden. Salvá passt seine Preise an die finanzielle Lage der Familien an. Das Diógenes-Syndrom sei weit verbreitet, werde aber aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung verschwiegen.
Der Psychiater Carles Recasens bestätigt, dass dem Syndrom häufig schwere psychische Erkrankungen zugrunde liegen, die fachärztliche Behandlung erfordern. Er kritisiert die mangelnde Unterstützung in diesem Bereich. Der Begriff des Diógenes-Syndroms stammt aus den 1970er-Jahren und wurde erstmals in der britischen Psychiatrie geprägt.










