Geschworenengericht spricht Mann nach tödlichem Einbruch schuldig
Das Geschworenengericht hat einen Mann aus Inca für schuldig befunden, der im September 2020 bei einem Einbruchsversuch auf seiner Finca einen Eindringling tödlich verletzte. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Sebastián Martorell mit Tötungsabsicht handelte und nicht in Notwehr. Er habe Jaume Llabrés, der versuchte, Marihuana-Pflanzen zu stehlen, mehrfach niedergestochen.
Das Gericht stellte fest, dass keine Alevosía vorlag – ein erschwerender Umstand bei heimtückischen oder grausamen Verbrechen. Ein überraschender Angriff von hinten konnte nicht nachgewiesen werden. Die Verteidigung scheiterte mit dem Versuch, die Tat als reine Notwehr darzustellen. Die Geschworenen räumten zwar ein, dass Angst Martorells Handeln beeinflusste, sahen darin aber keine vollständige Entlastung.
Unterschiedliche Strafvorschläge nach Urteilsspruch
Nach der Schuldentscheidung forderte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft für Sebastián Martorell. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre. Die Hinterbliebenen von Llabrés legten Berufung ein und verlangen eine Erhöhung der Strafe auf 25 Jahre. Sie halten das erwartete Urteil für zu milde.
Der Prozess offenbarte Details des geplanten Diebstahls: Drei Komplizen standen Schmiere, während Llabrés in die Finca am Camí de Can Batle eindrang. Auch sie wurden verurteilt, allerdings zu milderen Strafen, da der Diebstahl durch Martorells Eingreifen vereitelt wurde. Die Mitgliedschaft in einem Drogenkonsumkollektiv führte nicht zu Strafmilderungen.
Vorfall vom September 2020 mit rechtlichen Nachwirkungen
Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 24. September 2020 auf der Finca in Inca. Der Fall wird rechtliche Nachwirkungen haben, vor allem wegen der Berufung der Familie des Getöteten. Der aufsehenerregende Prozess hat erneut die Grenzen von Notwehr und Selbstjustiz in der Region thematisiert.










