Die balearische Regierung lehnt das vorgeschlagene neue Finanzierungsmodell deutlich ab. Präsidentin Marga Prohens stellte die Verhandlungsbereitschaft des spanischen Finanzministeriums infrage, da die geplante Vorlage die Interessen der Balearen unzureichend berücksichtige. Die Insellage und der wachsende Bevölkerungsdruck seien in den Berechnungen nicht ausreichend einbezogen worden. Zudem kritisierte Prohens die politischen Hintergründe der Verhandlungen, die einseitig zugunsten Kataloniens angepasst worden seien.
Vizepräsident Antoni Costa bekräftigte die Forderung nach einem multilateralen Ansatz bei den Verhandlungen. Er lehnte Steuererhöhungen strikt ab und bestand darauf, dass die Autonomie der Inseln gewahrt bleiben müsse. Weder die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer noch eine Reduzierung des Insularitätsfaktors seien akzeptabel. Costa zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Vorsitzende von Esquerra Republicana, Oriol Junqueras, das Finanzmodell bereits vorgestellt hatte, bevor die anderen autonomen Gemeinschaften informiert wurden.
Balearen fordern Berücksichtigung der Insellage
Beide Regierungsvertreter sind überzeugt, dass das vorgeschlagene Finanzmodell den spezifischen Bedürfnissen der Inseln nicht gerecht wird. Sie betonten die Notwendigkeit, die demografischen Entwicklungen und die inselspezifischen Herausforderungen umfassender zu berücksichtigen. Das Modell müsse sowohl der strukturellen als auch der finanziellen Realität der Balearen entsprechen. Die balearische Regierung zeigt sich dennoch verhandlungsbereit, setzt jedoch klare Prioritäten: Die Belange der Region müssen im Mittelpunkt stehen, ohne dass die Steuern erhöht werden.










