Die Regierung der Balearen hat die spanische Zentralregierung aufgefordert, die Mehrwertsteuer für Kunst und Kulturgüter zu senken. Der zuständige Minister Jaume Bauzà übermittelte diese Forderung in einem Schreiben an Vizepräsidentin und Finanzministerin María Jesús Montero sowie an Kulturminister Ernest Urtasun. In seinen Briefen wies Bauzà auf das Unbehagen des Kunst- und Kulturgütersektors über den bestehenden Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent hin. Er betonte, dass Kunstwerke nicht als Luxusgüter, sondern als essenzieller Bestandteil der Kultur betrachtet werden sollten.
Spanien droht im europäischen Vergleich zurückzufallen
Bauzà erinnerte daran, dass eine europäische Richtlinie von 2022 den Mitgliedstaaten erlaubt, eine Mehrwertsteuerermäßigung für Kulturgüter anzuwenden. Länder wie Frankreich, Deutschland, Portugal und Italien hätten ihre Gesetze bereits angepasst, um Kunstschaffende und Galeristen zu unterstützen. Spanien dürfe nicht in eine wettbewerbsbenachteiligte Position geraten, die Talent und den nationalen Markt gefährde. Daher forderte Bauzà die spanische Finanzbehörde auf, die nötigen Schritte einzuleiten, um den Steuersatz zu senken. Zudem erklärte er seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit, um diese Maßnahme voranzutreiben.
Die Forderung des balearischen Ministers erfolgt als Reaktion auf den Druck des nationalen Kunstmarkts, der unter hohen Steuern leidet. Die Balearen wollen mit dieser Initiative den Kunstsektor gegenüber europäischen Nachbarn stärken und entsprechende steuerliche Erleichterungen durchsetzen.










