Die Diskussion um die Tourismussteuer, bekannt als „Ecotasa“, auf den Balearen hat in den vergangenen Wochen an Fahrt aufgenommen. Nachdem die balearische Regierung zunächst eine Erhöhung der Abgabe in Betracht gezogen hatte, stellt sie diese Maßnahme nun infrage. Vizepräsident und Regierungssprecher Antoni Costa erklärte, dass die Regierung die Dringlichkeit einer Steuererhöhung nicht mehr sieht. Costa verwies darauf, dass die Anzahl der Touristen in der Hochsaison 2025 nur um 0,7 Prozent gestiegen sei, während die Pro-Kopf-Ausgaben gleichzeitig zugenommen hätten. Dies entkräfte die Grundlage für eine deutliche Erhöhung der Tourismussteuer.
Die Opposition, angeführt von den Sozialdemokraten (PSOE), kritisiert den Nachhaltigkeitspakt scharf. Sie hatte sich bereits aus dem Gremium zurückgezogen und bezeichnet es als „Farce“. Die Partei lehnt die neuen Pläne der Regierung ab und fordert, dass Ministerpräsidentin Marga Prohens selbst Verantwortung übernimmt. Eine geplante Erhöhung der Steuer um bis zu 15 Euro pro Tag in der Hochsaison steht zwar weiterhin im Raum, stößt aber auf Widerstand aus der Wirtschaft und von politischen Partnern.
Wirtschaft und Politik uneins über Steuererhöhung
Die Wirtschaft zeigt sich gespalten. Während die Ferienwohnungsvermieter eine moderate Erhöhung befürworten, lehnt die Hotelvereinigung Mallorcas dies klar ab. Auch innerhalb der regierenden Volkspartei von Ministerpräsidentin Prohens gibt es kein einheitliches Meinungsbild. Ihr Koalitionspartner Vox lehnt jede Form der Steuererhöhung strikt ab, was das fragile politische Bündnis zusätzlich belastet.
Der Regierung bleibt wenig Zeit für eine Entscheidung. Die Debatte um die Steuer ist auch ein Test für den Zusammenhalt der Regierungsparteien. Unterdessen zeigen sich die finanziellen Vorteile einer gleichmäßigeren Verteilung der Touristen über das gesamte Jahr: In der Nebensaison sind die Urlauberzahlen gestiegen, was zu einer qualitativen statt quantitativen Entwicklung geführt hat.
Die Regierung wird in den kommenden Wochen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zusammenkommen, um in der Steuerfrage eine Entscheidung zu treffen. Welche Kompromisse gefunden werden, um das belastete Tourismusmodell der Balearen nachhaltig zu steuern, bleibt abzuwarten.










