Palma de Mallorca steht wegen massenhafter Abmeldungen aus dem Einwohnerregister in der Kritik. Die örtlichen Sozialisten der PSOE verlangen eine interne Untersuchung der Vorgänge, die seit 2024 zu einem deutlichen Anstieg der Abmeldungen geführt haben. Diese Entwicklung ist beispiellos, da Zehntausende Einwohner dadurch grundlegende Rechte wie Gesundheitsversorgung und Wahlrecht verlieren könnten. Im Jahr 2024 wurden 6.475 Abmeldungen registriert, 2025 waren es bereits 7.339 und allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 bereits 1.079.
Stadtverwaltung verteidigt Bereinigung des Einwohnerregisters
Bürgermeister Jaime Martínez rechtfertigt die Maßnahmen mit der Notwendigkeit, das Einwohnerregister auf dem aktuellen Stand zu halten. Nur Personen, die tatsächlich unter den angegebenen Adressen leben, sollen darin eingetragen sein. Es brauche gelegentlich solche Bereinigungen, um Missbrauch und falsche Angaben zu verhindern. PSOE und andere linke Parteien kritisieren diese Praxis als unzulässig und warnen vor dem Ausschluss ohnehin gefährdeter Bevölkerungsgruppen.
Opposition fordert Transparenz und verweist auf soziale Konsequenzen
Vertreter von Podemos weisen zusätzlich darauf hin, dass die Stadtverwaltung parallel den umstrittenen Plan vorantreibt, die alte Gefängnisanlage von Palma zu räumen. Bewohner ohne geregelte Ausweispapiere könnten dadurch ohne Unterkunft dastehen. Stadtpolitiker der Linken fordern mehr Transparenz und kritisieren die Stadtregierung für ihre mangelnde Kommunikation. Das Schweigen der PP zu diesen Vorwürfen verstärkt die Befürchtung, dass die Stadtverwaltung die realen Bedürfnisse verletzlicher Bevölkerungsgruppen aus dem Blick verloren hat.










