Rosario Sánchez, PSIB-Kandidatin für die Präsidentschaft der Regionalregierung der Balearen, hat ihre Teilnahme an der Anti-Tourismus-Demonstration in Palma angekündigt. Die Veranstaltung wird von der Plattform ‚Més turisme, menys vida‘ organisiert und richtet sich gegen Overtourism sowie die Politik der Regionalregierung unter Marga Prohens. Sánchez kritisiert die aktuelle Ausrichtung als „fehlenden Schutz des Territoriums“ und moniert besonders Gesetze zur Förderung von Strandbars, die die Ressourcen der Inseln zusätzlich belasten würden.
Regierung fordert Klarstellung von Sánchez
Der balearische Regierungssprecher Antoni Costa forderte Sánchez auf, sich zu erklären. Als Staatssekretärin für Tourismus auf nationaler Ebene bringe sie sich durch die offene Unterstützung von Protesten in eine widersprüchliche Position – zumal die Demonstration auch Aktionen gegen Tourismusunternehmen ankündigt. Der Partido Popular kritisierte ihre Haltung scharf und forderte ihren Rücktritt. Die höchste Tourismusverantwortliche Spaniens könne nicht gleichzeitig solche Proteste befürworten.
Die Regionalregierung verweist darauf, dass Maßnahmen zur Begrenzung des Tourismus bereits Wirkung zeigen: In diesem Jahr gingen die Kreuzfahrtbesucherzahlen um rund 30.000 zurück. Während Kritiker weitere Beschränkungen fordern, warnt die Regierung vor massiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Maßnahmen und politische Spannungen
Die Debatte um die Reduzierung der Touristenzahlen verschärft die politischen Spannungen. Bereits umgesetzt oder geplant sind das Verbot touristischer Vermietungen in Mehrfamilienhäusern sowie Beschränkungen beim Fahrzeugverkehr. Sánchez betont, ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Tourismus und lokaler Lebensqualität sei notwendig. Ihre Teilnahme an der Demonstration sei Ausdruck der Sorgen eines Teils der Bevölkerung.
Antoni Costa entgegnete, Sánchez müsse die wirtschaftliche Abhängigkeit der Balearen vom Tourismus anerkennen. Überzogene Forderungen würden massive Arbeitsplatzverluste nach sich ziehen. Der Konflikt um ihre Position verdeutlicht die grundsätzlichen Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft der Region.









