In Sóller auf der spanischen Insel Mallorca betreibt Maria Mira, auch bekannt als Maruja, gemeinsam mit ihrem Bruder Paco und ihrem Sohn Jaume eine traditionelle Schuhmacherei und ein Schuhgeschäft. Das Familienunternehmen hat seine Wurzeln im Jahr 1975, als die Geschwister in Puerto Sóller einen Laden eröffneten, in dem sie Lederprodukte wie Gürtel, Taschen, Sandalen und Hüte herstellten und verkauften. Die Idee zur Herstellung von Schuhen entstand aus der Neugier des Bruders, der zuvor als Verkäufer in einem Lederwarengeschäft tätig war, sowie aus Miras Leidenschaft für das Nähen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und mit Unterstützung ihres Vaters, der ihnen finanziell unter die Arme griff, entwickelte sich das Geschäft gut, insbesondere während der Sommersaison. Aufgrund der geringeren Kundenzahl im Winter wurde der Laden schließlich nach Sóller verlegt.
Im Laufe der Jahre änderte sich der Modestil, wodurch sich das Geschäft auf farbenfrohe Sandalen, sogenannte porqueres, spezialisierte. Diese traditionell für die Arbeit auf dem Feld und mit Schweinen genutzten Schuhe zeichnen sich durch eine spezielle Konstruktion aus, bei der die Flappen über dem Schuh angebracht sind, um das Eindringen von Schmutz zu verhindern. Diese Schuhe, die ursprünglich nur in einer Farbe erhältlich waren, wurden mit bunten Lederresten der Sandalen gefertigt, was die Nachfrage steigerte und sie zu einem modischen Alltags- und Studentenschuh machte. Ein weiteres traditionelles Modell sind die patateras, Stiefel, die speziell während der Kartoffelernte getragen werden.
Die porqueres kosten etwa 68 Euro und unterscheiden sich durch ihre hohe Qualität und Langlebigkeit erheblich von billigeren Modellen. Einige Kunden tragen ihre Schuhe seit über 20 Jahren. Auch internationale Kunden, wie ein deutscher Käufer, schätzen das Preis-Leistungs-Verhältnis handgefertigter Schuhe aus Sóller. Maria Mira sieht in ihrem Sohn Jaume bereits eine vielversprechende Generation, die das Familienunternehmen in die Zukunft führen wird.
Diese traditionelle Handwerkskunst stellt nicht nur ein Stück kulturelles Erbe der Region dar, sondern auch eine Verbindung zwischen nachhaltiger Produktion, lokaler Identität und moderner Nachfrage.