Der mallorquinische Entomologe Barceló arbeitet mit den gefährlichsten Tieren der Welt – den Stechmücken. Obwohl viele Menschen an große, starke Raubtiere denken, sind es häufig winzige Tiere wie Mücken, die Krankheiten übertragen und somit lebensbedrohlich sind. Besonders die Tigermücke, eine der 100 invasivsten Tierarten weltweit, stellt eine große Gefahr dar. Sie überträgt Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika und Chikungunya. So kam es 2022 auf Ibiza zu einem durch diese Mücke übertragenen Dengue-Fall. Die Ausbreitung der Tigermücke wurde durch Globalisierung und interkontinentale Reisen begünstigt. Vermutlich wurde sie erstmals in einem feuchten Bambuspflanzenimport aus China auf die Balearen eingeschleppt. Barceló erforscht die verschiedenen Mückenarten auf den Balearischen Inseln, ihre potenziellen Krankheitserreger und Nahrungsquellen. Seine Arbeit umfasst das Einfangen von Larven und erwachsenen Mücken mithilfe spezieller Fallen, die einen lockenden Duftstoff enthalten, der wie verschwitze Socken riecht – eine Art Paradies für Mücken. Die Tigermücke zeichnet sich durch ihre Aggressivität und ihr Tagesflugverhalten aus. Sie sticht mehrfach schnell hintereinander und fliegt sehr niedrig, was ihre Erkennung erschwert. Gegenmaßnahmen wie der Einsatz von Citronella können etwas helfen, während Ultraschallstecker keine Wirkung zeigen. Die beste Vorbeugung ist jedoch die Vermeidung von stehendem Wasser etwa in Blumentöpfen, da die Mücken auch ohne direkte Wasserablage in der Nähe brüten können. Barceló selbst geht in seinen Räumen aktiv gegen Mücken vor, allerdings fürchtet er sich eher vor Wespen und Bienen als vor den Mücken selbst. Die Forschungsarbeit und Aufklärung werden teilweise in Kooperation mit TUI durchgeführt, um die Risiken durch invasive Arten besser zu verstehen und zu minimieren.
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