Die Audiencia de Baleares hat einen Mann zu sieben Jahren Haft verurteilt, der im September 2020 in Inca einen Einbrecher erstach. Der Einbrecher hatte zusammen mit drei Komplizen versucht, auf dem Anwesen Marihuana zu stehlen. Während des Einbruchs wurde der 32-jährige Jaume Llabrés von dem Eigentümer Sebastián Martorell überrascht, der ihm mehrere tödliche Messerstiche versetzte. Das Gericht erkannte eine unvollständige Rechtfertigung aufgrund von Angst sowie eine Strafminderung durch Geständnis an.
Laut Urteil, das noch angefochten werden kann, muss Martorell an die Familie des Verstorbenen 157.875 Euro zahlen. Die drei übrigen Einbrecher erhielten jeweils ein Jahr Haft wegen versuchten schweren Diebstahls. Das Gericht entschied, dass der Eigentümer zwar aus Furcht handelte, jedoch auch anders hätte reagieren können. Die Verteidigung hatte auf Notwehr plädiert, was das Gericht ablehnte, da keine unmittelbare Lebensgefahr bestanden habe.
Staatsanwaltschaft reduzierte ursprüngliche Forderung
Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich 15 Jahre Haft gefordert, reduzierte die Forderung jedoch, da kein Vorsatz nachgewiesen werden konnte. Der Fall könnte vor dem Obersten Gerichtshof der Balearen erneut verhandelt werden.
Der Einbruch ereignete sich auf einem Anwesen am Camí de Can Batle, während der Eigentümer mit seiner Familie zu Hause war. Die Eindringlinge hatten eine Zaunlücke durchschnitten, um auf das Gelände zu gelangen. Der Eigentümer erklärte, er habe sich durch die Situation stark bedroht gefühlt.
Öffentliche Debatte über Notwehrrecht
Das Urteil löste eine intensive öffentliche Debatte über Rechte und Pflichten von Hausbesitzern bei der Verteidigung ihres Eigentums aus. Viele Bürger aus der Region sympathisieren mit Martorell und fordern eine Überarbeitung der Gesetze. Die betroffenen Familien diskutieren weitere rechtliche Schritte.










