Vorwurf der unrechtmäßigen Abmeldungen sorgt für Aufruhr
In Palma entbrennt ein heftiger politischer Streit um die Abmeldung obdachloser Migranten aus dem Melderegister. Die sozialistische Partei (PSOE) wirft der regierenden Volkspartei (PP) vor, unrechtmäßig vorzugehen. Im Zentrum der Kritik steht Lourdes Roca, Stadträtin für soziale Dienste. Sie soll ohne entsprechende Befugnis Listen besonders schutzbedürftiger Personen vom Roten Kreuz angefordert haben. PSOE-Sprecher Xisco Ducrós bezeichnet dieses Vorgehen als schwerwiegenden Fehler mit gravierenden Folgen für die Betroffenen.
Ducrós betont, dass die Abmeldung aus dem Melderegister weit mehr als ein administrativer Akt sei. Sie könne den Zugang zu sozialen Rechten massiv einschränken. Die Sozialisten behaupten, das nun angewandte Verfahren sei in dieser Form noch nie zuvor umgesetzt worden – obwohl es sich formal auf geltende städtische Vorschriften beruft. Die PSOE fordert deshalb den Rücktritt der Stadträtin.
Rotes Kreuz weist auf neue Praxis hin
Die Kritik der PSOE stützt sich auf Berichte des Roten Kreuzes. Die Organisation erklärt, die Stadt habe regelmäßig Listen über nicht auffindbare Personen angefordert. Diese Vorgehensweise sei bei der Betreuung von Menschen in sozialen Notlagen bislang unüblich gewesen. Lourdes Roca verteidigt die Maßnahme als reguläre Verwaltungsmaßnahme zur Pflege des städtischen Melderegisters.
Die rechtspopulistische Partei Vox unterstützt Roca und stellt sich demonstrativ hinter die Abmeldungen. Vox-Sprecher Fulgencio Coll wirft den Sozialisten vor, mit ihrer Politik falsche Signale zu setzen.
Der Konflikt offenbart die Spannungen zwischen Verwaltungsvorschriften und sozialer Verantwortung. Während die Volkspartei auf die Einhaltung rechtlicher Vorgaben pocht, warnt die Opposition vor den sozialen Folgen für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Die Auseinandersetzung zeigt, wie schwierig die Balance zwischen behördlicher Ordnung und sozialer Fürsorge in der Praxis ist.










