Durchsuchung deckt umfangreiche illegale Zucht auf
Im Prozess gegen ein deutsches Paar, das auf Mallorca Europas größte illegale Schildkrötenzucht betrieben haben soll, sind neue Details bekannt geworden. Ermittler der Guardia Civil schilderten vor dem Landgericht in Palma am Donnerstag, dem 22. Januar, den Ablauf der Durchsuchung der Finca der Angeklagten im Gemeindegebiet Llucmajor. Dort wurden umfangreiche Schildkrötenbestände sowie eine Zuchtstation für Nagetiere entdeckt. Zudem konnten geschäftliche Verbindungen nach Asien und Afrika aufgedeckt werden.
Während der Durchsuchung am 27. Juni 2018 bemerkten die Ermittler die große Anzahl an Land- und Wasserschildkröten. Einige Tiere wurden unter Hitzeeinwirkung und in schlechtem Zustand vorgefunden, wie Experten der Umwelteinheit Seprona berichteten. Die Angeklagten zeigten sich nervös, der Dolmetscher bemühte sich um Klärung. Den Behörden war zuvor eine Lieferung von Schildkröten an eine Tierarztpraxis an der Playa de Palma aufgefallen, was zu den umfangreichen Ermittlungen führte.
Spürhund im Einsatz
Die Polizei setzte einen Spürhund ein, um weiteres Beweismaterial zu finden, doch die Suche nach Bargeld blieb erfolglos. Die Ermittler deckten auf, dass die Deutschen geschützte Schildkröten von der Finca, die sie als ihr „Hobby“ bezeichneten, über einen Kurier im Gewerbegebiet Son Noguera verschickten. Dies warf ernste steuerrechtliche Fragen auf, da die Erlöse aus dem Handel nicht versteuert wurden.
Im Zuge der Ermittlungen wurden Querverbindungen nach Hongkong aufgedeckt. Telefongespräche wiesen auf den Kauf und Verkauf geschützter Tierarten hin. Die Ermittler entdeckten Telefonnummern mit Ländervorwahlen aus Uganda, Kamerun, Ägypten und dem Kongo, die auf internationalen Handel hindeuten könnten. Weitere Untersuchungen konzentrierten sich auf die Netzwerke und Kontakte der Angeklagten.
Hohe Strafen gefordert
Der Prozess hat ein breites mediales Interesse geweckt, da die Vorwürfe sowohl internationale Dimensionen als auch Verstöße gegen den Tierschutz betreffen. Die Staatsanwaltschaft fordert hohe Haftstrafen sowie beträchtliche Geldstrafen gegen das beschuldigte Paar. Weiterhin wurden Verbindungen zu einem Reptilienhändler in Barcelona untersucht, der sich ebenfalls vor Gericht verantworten muss.
Die Ermittlungen begannen mit dem Aufgreifen einer Schildkrötenlieferung an der Playa de Palma und führten zu einer landesweiten Untersuchung. Die Ermittler betonten, dass der starke Geruch und die unsachgemäße Haltung der Tiere auf der Finca die Anklageerhebung gegen die Angeklagten beschleunigten. Internationale sowie nationale Zusammenarbeit waren entscheidende Faktoren bei der Aufklärung des Falls.










