Nach einer umfassenden, einjährigen Studie, bei der fast 400.000 Anzeigen für Ferienunterkünfte auf Mallorca – insgesamt rund zehn Millionen Datensätze – mithilfe moderner Technologien und künstlicher Intelligenz analysiert wurden, ergibt sich ein klares Bild der illegalen Ferienvermietungen auf der Insel. Die Studie, die vom Ministerium für Tourismus unter Leitung von José Marcial Rodríguez vorgestellt wurde, zeigt, dass es auf Mallorca etwa 42.000 Ferienunterkünfte gibt, die nicht offiziell registriert sind. Dies entspricht 40 % der angebotenen Objekte und stellt ein erhebliches Problem für die Nachhaltigkeit, den Zusammenhalt der Gemeinschaft und den Schutz des Wohnungsmarktes dar.
Die Auswertung wurde mit Unterstützung der Plattform Talk&Code durchgeführt, die sich auf die Erkennung und Kategorisierung von Immobilien spezialisiert hat, sowie in Kooperation mit dem Observatorium für nachhaltigen Tourismus und weiteren Partnern. Dabei konnte erstmals eine klare Unterscheidung zwischen digitalen Werbeanzeigen und der tatsächlichen physischen Präsenz der Immobilien getroffen werden.
Der Großteil der illegalen Unterkünfte besteht zu 50,9 % aus Einfamilienhäusern wie Chalets und Villen, während 47,2 % auf Mehrfamilienhäuser (Appartements) entfallen. Minderheiten machen 1,5 % in Form von Substandard-Wohnungen aus. Geografisch gesehen steht Palma mit 1.012 illegalen Objekten an der Spitze, gefolgt von Pollensa (756), Alcudia (687), Santa Margalida (467), Calvia (413), Capdepera (388) und Manacor (374). Die Gemeinden Palma, Pollensa und Alcudia umfassen nahezu ein Drittel der illegalen Ferienvermietungen der gesamten Insel. Die Nordzone Mallorcas gilt als Schwerpunkt der nicht registrierten Aktivitäten, gefolgt von der Zentral- und Ostzone.
Das Ministerium sieht in dieser Datenerhebung ein wertvolles Instrument für eine effektivere Verwaltung und zukünftige Maßnahmen. Geplant sind eine engere Zusammenarbeit mit der Steuerbehörde, die Verbesserung der Kontroll- und Sanktionsmechanismen sowie die Kooperation mit lokalen Gemeinden bei der Stadtplanung. Zudem werden Abkommen mit Online-Vermietungsplattformen wie Airbnb als positives Beispiel hervorgehoben, die bereits zur Entfernung zahlreicher illegaler Angebote beigetragen haben. Trotz des Fortschritts betont Rodríguez, dass das Verwaltungshandeln noch Zeit benötige, da viele der entdeckten Objekte derzeit geprüft werden und entsprechende Disziplinarverfahren eingeleitet werden sollen.
Diese umfassende Untersuchung stellt einen bedeutenden Schritt dar, um Transparenz in den Ferienwohnungsmarkt Mallorcas zu bringen und langfristig eine nachhaltigere Tourismusentwicklung zu fördern.