Die Reisebranche im Vereinigten Königreich steht vor bedeutenden Herausforderungen und Chancen in Bezug auf die Mobilität junger Menschen innerhalb Europas. Laut einer aktuellen Umfrage, die von ABTA – The Travel Association und Seasonal Businesses in Travel (SBiT) in Auftrag gegeben wurde, unterstützen 76 % der Briten eine Vereinbarung mit der Europäischen Union, die es jungen Menschen ermöglicht, temporär in Europa zu leben, zu studieren und zu arbeiten. Diese Unterstützung erstreckt sich auch auf 61 % derjenigen, die 2016 für den EU-Austritt gestimmt haben.
Die Umfrage unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung solcher Abkommen für den britischen Tourismussektor, der jährlich mehr als 52 Milliarden Pfund zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt. Viele Berufstätige in der Reisebranche begannen ihre Laufbahn mit temporären Einsätzen im Ausland. Seit dem Brexit ist die Zahl der britischen Arbeitnehmer in touristischen Unterstützungsrollen in Europa um 69 % zurückgegangen, was die Herausforderungen bei der Personalbeschaffung verdeutlicht.
Neben dem Wunsch nach einer Jugendmobilitätsvereinbarung fordert ABTA, dass die britische Regierung weitere verkehrsbezogene Themen in den Verhandlungen mit der EU priorisiert. Die Bevölkerung zeigt zudem breite Unterstützung für eine engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit, wobei 66 % glauben, dass solche Beziehungen die britische Wirtschaft verbessern würden.
Zudem sind wichtige Änderungen an den Grenzformalitäten geplant, darunter die Einführung einer elektronischen Reisegenehmigung (ETA) im Vereinigten Königreich sowie das Einreise-/Ausreise-System (Entry/Exit System) und eine eigene Reisegenehmigung der EU ab 2026. Solche Neuerungen erfordern eine kontinuierliche Zusammenarbeit, um Reisehindernisse zu minimieren, insbesondere für spezielle Reisegruppen wie Schulklassen.
Luke Petherbridge, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit bei ABTA, betont, dass die bereits im Mai erreichte UK-EU-Vereinbarung ein erster Schritt sei, jedoch weitere Fortschritte notwendig sind, um die Nutzung von automatisierten Grenzkontrollsystemen (eGates) zu verbessern und jungen Briten wieder realistische Arbeitsplatzchancen in Europa zu bieten. Nur so könne die Branche wachsen und erfolgreich bleiben.