Am Flughafen Palma de Mallorca müssen die Mitarbeiter weiterhin Mahlzeiten zu den gleichen Preisen bezahlen wie Touristen, da die Betriebskantine nach wie vor geschlossen ist. Früher zahlten die Mitarbeiter etwa 12 Euro für ein komplettes Essen inklusive Nachtisch und Wasser. Inzwischen sind die Kosten aufgrund fehlender vergünstigter Mitarbeiterangebote auf Touristenpreise gestiegen. Im Juni berichtete die Gewerkschaft UGT, dass einige Mitarbeiter sogar mit Geldstrafen belegt wurden, weil sie das Flughafengelände verließen, um preisgünstiger essen zu können.
Marcos Fernández, Sekretär des Eurowings Betriebsrats, erläutert, dass die meisten Beschäftigten zwischen 1.300 und 1.400 Euro monatlich verdienen und diese Gehälter nicht ausreichen, um Mahlzeiten zu Touristentarifen zu bezahlen. Die Eröffnung des größten McDonald’s Europas auf dem Flughafengelände empfanden die Mitarbeiter daher als Provokation, da keine günstige Kantine zur Verfügung steht.
Die Flughafenbehörde AENA hat bereits zweimal die Verwaltung der Kantine zur Ausschreibung gebracht. Die zweite Ausschreibung enthielt verbesserte Bedingungen, um den Betrieb attraktiver zu machen, beispielsweise durch Anpassungen der Vertragsbedingungen. Trotzdem war auch diese Ausschreibung erfolglos, da der erfolgreiche Bieter aufgrund der beträchtlichen Schuldenlast, die ein vorheriger Betreiber hinterlassen hatte, den Service nicht aufnehmen konnte. Dieser hatte die Einrichtungen fast drei Jahre ohne gültigen Vertrag genutzt und dabei eine erhebliche Verschuldung hinterlassen.
AENA bedauert die anhaltende Situation und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Mitarbeiter und weist darauf hin, dass alternative Verpflegungsoptionen angeboten wurden. Fernández kritisiert diese Alternativen scharf und bezeichnet das Zahlen der Einzelhandelspreise als „Wucher“ und „wirkliches Problem“ für die Beschäftigten. Ein neuer Termin für eine weitere Ausschreibung ist derzeit nicht bekannt.
Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen im Bereich der Mitarbeiterversorgung an großen Verkehrsstandorten und die Auswirkungen auf die Beschäftigten mit niedrigen Einkommen. Die fehlende Kantine führt nicht nur zu finanziellen Belastungen, sondern auch zu Unzufriedenheit und Arbeitsqualitätsproblemen. Die Gewerkschaften fordern dringend eine nachhaltige Lösung, um angemessene Verpflegungsmöglichkeiten zu angemessenen Preisen sicherzustellen.