Antonio Morales, ein renommierter Gitarrenbauer auf Mallorca, widmet sein Leben der meisterhaften Handwerkskunst und der Suche nach dem perfekten Klang. Bereits in seiner Kindheit entdeckte Morales seine Leidenschaft für die Holzverarbeitung, die er von seinem Großvater übernahm. Doch erst durch seinen Mentor, der ihn in die Welt der Proportionen und Schwingungen einführte, fand Morales seine wahre Berufung: den Bau hochwertiger Gitarren.
Mit 69 Jahren blickt Morales auf eine jahrzehntelange Karriere zurück, in der er seine Arbeit als Mischung aus Handwerk, Kunst und Mathematik beschreibt. Er nutzt dabei auch Pythagoras’ Lehren zur Monochord-Theorie, die besagt, dass alles, was schwingt, bestimmten Prinzipien folgt. Seine Philosophie spiegelt sich auch in seiner Praxis des Tai Chi wider, einer chinesischen Kampfkunst, die Bewegung, Energie und Schwingungen miteinander verbindet – ähnlich wie bei einer Gitarre.
Ein weiteres zentrales Element seines Schaffens ist die enge Verbindung zum Musiker. Morales passt jede Gitarre individuell an die Spielweise und Persönlichkeit des Künstlers an, um den optimalen Klang zu erreichen. Seine außergewöhnliche Handwerkskunst führte ihn zur Zusammenarbeit mit dem legendären Flamenco-Musiker Paco de Lucía. Morales fertigte dessen letzte Gitarren an, darunter das berühmte Modell „La Maestra“, das jedoch leider nie von Paco de Lucía gespielt wurde, da dieser unerwartet an einem Herzinfarkt verstarb.
Trotz dieser Tragödie gibt Morales seine Suche nach dem unvergleichlichen Klang nicht auf. Er beschreibt seine Arbeit als eine fast spirituelle Mission, vergleichbar mit der Suche nach dem Heiligen Gral. Pro Jahr fertigt er etwa zehn Gitarren an, wobei er die finanziellen Aspekte für sich behält. Für ihn ist der Bau einer Gitarre mehr als nur ein Beruf – es ist seine Lebensaufgabe, die er mit Hingabe und Leidenschaft verfolgt.