In Maó, Menorca, steht die Gastronomie vor der zunehmenden Problematik der sogenannten „Ghost Diners“ – Gästen, die reservieren, aber nicht erscheinen. Dieses Phänomen sorgt für bedeutende wirtschaftliche Verluste und logistische Herausforderungen in zahlreichen Restaurants der Insel. Javier Riaño, Inhaber des En Caragol in Biniancolla, beschreibt, dass trotz einer loyalen Kundschaft keine Vorabzahlungen verlangt werden, um gute Beziehungen zu Stammgästen zu wahren. Dennoch ist das Management der Reservierungen streng: Bestätigungs-E-Mails und wiederholte Erinnerungen per E-Mail und Mobiltelefon sind gängige Praxis, um Nichterscheinen zu minimieren. Falls Gäste 15 Minuten nach der reservierten Zeit nicht erscheinen, werden die Tische meist anderweitig vergeben.
Im Es Borinot auf der zentralen Plaça Colón in Maó, das vor allem durch seine Terrasse mit 28 Tischen besticht, ist man sich bewusst, dass Parkplatzprobleme, insbesondere für Touristen, die mit der Stadt wenig vertraut sind, Verspätungen verursachen können. Der Dienstag als geschäftigster Tag während der „Nits de Música al Carrer“ zieht zahlreiche Reservierungen an, die über Telefon und soziale Medien eingehen.
Eine Umfrage von TheFork, einer weit verbreiteten Reservierungs-App, verdeutlicht die Gründe für das Nichterscheinen: 55 % der Befragten gaben an, ihre Reservierung schlichtweg vergessen zu haben, häufig aufgrund weiter im Voraus getätigter Buchungen oder paralleler Reservierungen in mehreren Restaurants. 38 % konnten kurzfristig nicht erscheinen und informierten das Restaurant nicht, während 7 % aus Verlegenheit die Absage unterließen. Zwischen Januar und Juli weist Menorca mit 4,2 % einen der höchsten No-Show-Werte Spaniens auf, vergleichbar mit Ibiza (4 %) und Segovia (5 %). Im Gegensatz dazu haben Provinzen wie Bizkaia (2,5 %) und A Coruña (2,7 %) wesentlich geringere Raten.
Restaurants wie Sa Lliga Marítim im Hafen von Maó bestätigen diesen Trend. Hier führen von zehn bis zwölf Reservierungen ein bis zwei nichterscheinende Gäste zurück, was insbesondere kleinere Tische betrifft. Die Problematik wirkt sich in den sommerlichen Hauptmonaten Juli und August besonders stark aus, da in dieser Zeit viele Gäste bereits frühzeitig reservieren und anschließend vergessen, rechtzeitig abzusagen.
Diese Erkenntnisse zeigen, dass trotz moderner Kommunikationsmethoden und Erinnerungsservices das Management von Reservierungen und das Vermeiden von leeren Tischen für die Gastronomie in Maó eine anhaltende Herausforderung bleibt, die wirtschaftliche Folgen und Planungsprobleme mit sich bringt.