Eine unabhängige Prüfung der Verwaltung der COVID-Pandemie auf den Balearen hat erhebliche Mängel aufgedeckt. Die damalige Regierung unter Francina Armengol gab über 106 Millionen Euro für medizinisches Material aus. Allerdings können 45,6 Millionen Euro davon nicht nachverfolgt werden, da weder Empfangsbestätigungen noch Nachweise über die Nutzung existieren. Um die Pandemie zu bewältigen, setzte die Regierung auf Notfallvergaben ohne öffentliche Ausschreibung.
Die Prüfung von 60 Beschaffungsvorgängen zeigte bei vielen Käufen erhebliche Preisdifferenzen im Vergleich zu anderen spanischen Regionen. Besonders auffällig war der Preisanstieg bei FFP2-Masken und Nitrilhandschuhen. Zudem ergaben sich Hinweise darauf, dass in einigen Aufträgen Kontrollmechanismen absichtlich umgangen wurden, indem Bestellungen aufgespalten und vereinfachte Ausschreibungsverfahren genutzt wurden.
Millionenschwere Finanzlücke auf Mallorca aufgedeckt
Die Preisdifferenzen waren besonders bei FFP3-Masken gravierend. Diese überteuerten Einkäufe werfen zusammen mit dem Mangel an dokumentiertem Empfang und Lagerung der Materialien Fragen zur Transparenz und Effektivität der damaligen Maßnahmen auf. Experten betonen, dass die Dringlichkeit einer Krise die Rechenschaftspflicht niemals außer Kraft setzen darf. Das Fehlen genauer Nachweise und eines klaren Umgangs mit den Geldern könnte ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Bevölkerung fragt sich, wie es zu dieser Intransparenz kommen konnte und welche Personen die Verantwortung tragen. Juristische Ermittlungen könnten folgen, um den genauen Verbleib der Gelder zu klären und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen.










