In Palma de Mallorca wächst der Widerstand gegen die geplante Räumung des alten Gefängnisses. Mehr als 40 Organisationen haben eine Protestaktion organisiert, die für Freitagabend vor dem Gebäude im Park von Cas Capiscol geplant ist. Hintergrund ist der Beschluss des Rathauses, das Gebäude zu räumen, was rund 200 Menschen betreffen würde – hauptsächlich Migranten aus Nordafrika, Spanien und Kolumbien.
Die Organisationen, darunter der Col·legi Oficial de Treball Social und die Coordinadora Transfeminista, lehnen die Maßnahme ab. Laut einer Mitteilung vom Montag verletze die Räumung grundlegende Rechte und biete keine adäquaten Wohnalternativen. Am Mittwoch hatten die Ortspolizei und Sozialdienste eine Zählung durchgeführt und den Bewohnern Räumungsbescheide übergeben.
Kritik an der Stadtverwaltung Palmas
Die Demonstranten werfen der Stadtverwaltung vor, mehr Wert auf den Tourismus als auf die Bedürfnisse der Stadtbewohner zu legen. Um den Betroffenen zu helfen, wurden Sammelstellen für Sach- und Geldspenden eingerichtet. Die Organisatoren planen zudem die Schaffung eines Unterstützungsnetzes für die von der Räumung bedrohten Personen.
Viele der Bewohner befinden sich laut den jüngsten Zählungen in prekären Beschäftigungsverhältnissen oder besitzen keinen Aufenthaltsstatus, was ihre Situation besonders schwierig gestaltet. Rund 70 Prozent der Bewohner stammen aus Nordafrika, weitere 15 Prozent aus Spanien und etwa 10 Prozent aus Kolumbien.










