In den beliebten spanischen Urlaubsorten auf Mallorca kommt es immer wieder zu skurrilen Auseinandersetzungen um Liegestühle an Hotelpools. Laut der Psychologin Horvatits-Ebner, die gegenüber reisereporter.de sprach, liegt das Verhalten vieler Touristen oft in der Angst, etwas zu verpassen oder nicht dazuzugehören. Dieses Verhalten entspringt territorialen Instinkten und dem Bedürfnis, bevorzugte Plätze am Pool zu sichern. Das sichtbare Platzieren von Handtüchern fungiert dabei als nonverbale Kommunikationsmethode, die direkte Konflikte über die Besitzansprüche an Liegen vermeidet. Die Psychologin betont, dass der starke Drang zur Konformität das Verhalten maßgeblich steuert: Sobald mehrere Liegestühle durch Handtücher reserviert sind, fühlen sich andere Gäste unter Druck gesetzt, diesem Beispiel zu folgen.
Die Situation wurde durch soziale Medien weiter verschärft, da Videos, die zeigen, wie Gäste teilweise bereits um 6 Uhr morgens in der Schlange stehen, um sich Liegestühle zu sichern, viral gehen. Dies sorgt sowohl für Belustigung als auch für Besorgnis in der Hotellerie, da es eine Herausforderung darstellt, einen fairen Zugang zu den Poolanlagen zu gewährleisten. Diese „Mallorca Liegestuhl-Kriege“ spiegeln damit nicht nur typische Verhaltensmuster im Tourismus wider, sondern werfen auch Fragen zum Management von geteilten Ressourcen in beliebten Urlaubsregionen auf.