Mallorca erlebt seit dem 14. August eine schwere Hitzewelle, die die Temperaturen in Calvia und Palma auf bis zu 42°C steigen ließ. Die spanische Staatliche Wetteragentur (Aemet) prognostiziert, dass die extremen Temperaturen mindestens bis Mittwoch anhalten werden. Am 17. August wurden in Calvia und im Universitätsviertel 42ºC gemessen, in Llucmajor und Porreres 41ºC sowie in Binissalem und Santa María 40ºC – Werte, die deutlich über den durchschnittlichen 31ºC für diese Jahreszeit liegen.
Die Bevölkerung ist erheblich betroffen: Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle auf den Balearen nähert sich aufgrund der anhaltenden Hitze knapp der 100er-Marke. Besonders gefährdet sind ältere Menschen über 70 Jahre, vor allem Frauen, Säuglinge, chronisch Kranke und Personen, die im Freien arbeiten. Der öffentliche Gesundheitsspezialist Joan Carles March unterstreicht, dass der Klimawandel keine ferne Bedrohung mehr ist, sondern bereits jetzt Realität und eine ernsthafte Gefahr darstellt, die bei unzureichenden Schutzmaßnahmen tödlich enden kann.
Die Erfassung von hitzebedingten Todesfällen gestaltet sich komplex. Offiziell wurde auf Mallorca bisher nur ein Todesfall bei einem Hitzschlag registriert, dennoch dokumentieren landesweite Analysen in Spanien mindestens 23 solcher Fälle. Unterschiedliche Erfassungssysteme zeigen verschiedene Zahlen: Das MACE-System berücksichtigt auch indirekte hitzebedingte Todesfälle, beispielsweise aufgrund von Komplikationen bei chronischen Erkrankungen, während das MOMO-System ausschließlich direkte Hitzetote zählt. MACE wurde von Forschern des Instituts für Umwelt-Diagnose und Wasserstudien (IDAEA-CSIC), der Universität Valencia sowie der Climate Research Foundation entwickelt. Wissenschaftler wie Dominic Royé bestätigen, dass deren Daten eine Kombination aus offiziellen Sterbetafeln und lokalen Temperaturmessungen darstellen und so ein umfassenderes Bild der humanen Auswirkungen der spanischen Sommerhitze liefern.
Die medizinische Versorgung auf Mallorca steht unter großem Druck: Der medizinische Direktor Txema Álvarez berichtete von etwa 600 hitzebedingten Notfällen, darunter Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Überhitzung durch Sonnenexposition an Stränden, Wanderwegen und an heißen Arbeitsplätzen. Ein Hitzschlag tritt auf, wenn die Körpertemperatur etwa 40ºC erreicht und neurologische Symptome wie Verwirrtheit und Krampfanfälle folgen. Betroffene leiden unter Übelkeit, Erbrechen, schneller Herzfrequenz, niedrigem Blutdruck und allgemeiner Schwäche. Etwa die Hälfte der älteren Patienten mit schweren hitzebedingten Symptomen benötigt eine stationäre Behandlung, oft mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr. Experten empfehlen, ausreichend zu trinken, wasserreiche Lebensmittel zu konsumieren und sich in kühlen oder klimatisierten Räumen aufzuhalten. Körperliche Aktivitäten im Freien sollten auf kühlere Tageszeiten verlegt und anstrengende Sportarten bei hohen Temperaturen vermieden werden. Einige Berufsgruppen, wie Bauarbeiter, vermeiden bewusst Arbeiten während der heißesten Stunden.
Die Hitzewelle hatte zudem schwerwiegende Folgen für ganz Spanien: Mehr als 20 große Waldbrände erschwerten am Sonntag die Löscharbeiten, sodass die Regierung 500 weitere Soldaten der Militär-Notfalleinheit zur Unterstützung entsandte. Besonders betroffen ist die nordwestliche Region Galicien, wo mehrere Brände zu einem Großbrand verschmolzen, was zur Schließung von Autobahnen und Zugverbindungen führte. Südlicheuropas schlimmste Waldbrandsaison seit zwei Jahrzehnten trifft Spanien und Portugal hart. Nur in der vergangenen Woche wurden über 115.000 Hektar verbrannt und es gab mindestens drei Todesopfer durch Feuer. In Portugal sind bislang rund 155.000 Hektar verbrannt – dreimal so viel wie der Durchschnitt der letzten Jahre. In Galicien organisierten Einwohner eigenständig Löschmaßnahmen mit Wasserkanistern, da Stromausfälle die Pumpen außer Betrieb setzten.
Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte eine Aufstockung der militärischen Unterstützung auf 1.900 Einsatzkräfte in Spanien an, um die Feuer zu bekämpfen. Die Direktorin der Notdienste, Virginia Barcones, warnte vor weiterhin extrem hohen Temperaturen und damit verbundenem extrem hohem Brandrisiko.
In den letzten Tagen hat sich das Wetter auf Mallorca verändert und zeigt eine Phase wechselhafter Bedingungen mit Regen- und Gewitterwarnungen. Am Mittwoch, dem 20. August, gab es amberfarbene Warnungen für starken Regen und Gewitter im Süden, Osten und Inland Mallorcas zwischen 12 und 18 Uhr mit bis zu 50 Litern Regen pro Quadratmeter in einer Stunde. Für die Tramuntana und den Norden/Nordosten galten gelbe Warnungen mit bis zu 30 Litern. Die Temperaturen fielen etwas, erreichten aber immer noch tagsüber um die 29 bis 32 Grad Celsius mit teils mäßigen Nord- und Ostwinden. Bemerkenswert war die warme Nacht von Montag auf Dienstag mit Minimumtemperaturen über 20°C, zum Beispiel 27,7°C in Palma Portopi und 27,3°C in Port Soller.
Am Donnerstag, dem 21. August, blieben die Warnungen bis zum frühen Morgen bestehen, anschließend wurde sonniges Wetter mit nur vereinzelten Wolken und geringem Regenrisiko prognostiziert. Am Freitag, dem 22. August, wird es voraussichtlich überwiegend bewölkt mit Regenschauern im Tagesverlauf und kühleren Temperaturen um 29 bis 32 Grad. Für Samstag entfällt die Regenwarnung, jedoch wird weiterhin mit bewölkten Abschnitten und vereinzeltem Regen gerechnet. Am Sonntag, dem 24. August, lockert sich die Bewölkung auf und es wird wieder heiß mit Temperaturen bis zu 35 oder 36°C erwartet.
Neuere Wetterprognosen vom Sonntag, dem 24. August, bestätigen einen sonnigen Tag mit vereinzelten Wolken auf Mallorca, ohne Wetteralarme. Die Temperaturen bleiben hoch mit lokalen Höchstwerten je nach Region von etwa 30 bis 34 Grad Celsius. Besonders heiß wird es am Mittwoch mit erwarteten Spitzenwerten bis zu 39°C.
Detaillierte lokale Wetterdaten zeigen für Alcudia Temperaturen um 32°C und einen leichten Ost- bis Südwind mit 45% Luftfeuchtigkeit, während in Palma 34°C und ein mäßiger südwestlicher bis südlicher Wind bei 40% Luftfeuchtigkeit gemessen werden. Weitere Mallorca-Orte wie Binissalem, Pollença und Sóller weisen Temperaturen von 30 bis 34 Grad auf, begleitet von leichten bis mäßigen Winden und moderater Luftfeuchtigkeit.
Aktuelle Angaben vom Montag, dem 25. August, zeigen, dass es auf Mallorca verbreitet eine gute Portion Sonne gibt, begleitet von einigen Wolken, die besonders morgens in manchen Gebieten recht stark sein können. Die spanische Wetteragentur Aemet erwartet bis später in der Woche anhaltenden Saharastaub in der Atmosphäre, was die Luftqualität beeinflussen kann. Zudem sind zeitweise starke Brisen aus Südost mit Böen bis zu 50 km/h an bestimmten Inselteilen vorhergesagt, was zusätzliche Herausforderungen bei der Brandgefahr darstellt. Trotz der Wetterberuhigung stehen die Temperaturen immer noch hoch, und für die kommenden Tage werden steigende Temperaturen prognostiziert, was das Hitzerisiko erneut erhöht.
Am Dienstag, dem 26. August, hat die AEMET eine gelbe Warnung für hohe Temperaturen im Süden, im Binnenland, Norden und Nordosten Mallorcas aktiviert, wobei Höchstwerte von bis zu 37ºC erwartet werden. Es wird vorwiegend klarer Himmel mit zeitweisen mittelhohen Wolken erwartet, allerdings auch wieder Staub in der Luft. Der Wind weht leicht bis mäßig aus Osten. Am Mittwoch bleibt die Hitze dominant, jedoch wird ein leichter Temperaturrückgang durch südliche Winde erwartet, sodass der Süden von der Warnung genommen wird, während sie im Osten, Innenland, Norden und Nordosten bestehen bleibt.
Ein bedeutender Wetterumschwung wird für Donnerstag erwartet: Ein kaltes Frontsystem löst sich auf und kalte Luftmassen führen zu einem Temperaturrückgang um 3 bis 4 Grad, dennoch bleiben die Temperaturen für diese Jahreszeit erhöht. Es wird bewölkter mit Chancen auf Gewitter und erneutem Staub in der Luft sein. Der Wind dreht von einem leichten bis mäßigen Südwest- zu einem Nordwind am Nachmittag.
Am Mittwoch, dem 27. August, wird das Wetter überwiegend sonnig sein, dennoch verbleibt Saharastaub in der Luft und eine leichte Brise aus südlichen Richtungen bringt zusätzlich warme Luft. Die Temperaturen erreichen in Alcudia etwa 34°C mit leichter Ost- bis Südwestbrise, während Palma ebenfalls 34°C und einen mäßigen südlichen Wind prognostiziert. Andere Orte wie Binissalem und Porreres können bis zu 37 bzw. 38°C erfahren. Die Luftfeuchtigkeit variiert zwischen 35% und 60% je nach Region.
Am Donnerstag wird auf Mallorca eine Wetteränderung durch eine Kaltfront erwartet, die von einem kalten Luftmasseneinbruch begleitet wird. Dies führt zu gelben Warnungen für Regen und Gewitter insbesondere in der Tramuntana, im Inland sowie im Norden und Nordosten der Insel mit möglichen Niederschlagsmengen von bis zu 20 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde. Die Temperaturen sinken in diesen Regionen auf etwa 30°C, während im Süden sowie auf Ibiza und Formentera Maximalwerte um 33 bis 34°C erwartet werden. Die Wetterlage bleibt bis Freitag und Samstag instabil mit Wolkenwechsel und vereinzelten Regenschauern, jedoch ohne bisher ausgegebene Regenwarnungen für Freitag. Am Montag wird ein erhöhtes Regenrisiko vermutet.
Diese neue Wetterentwicklung zeigt eine Phase der Abschwächung der langanhaltenden Hitze mit gleichzeitigem Auftreten von Unwettern und Regen, welche eine Entlastung der hohen Temperaturen und damit verbundenen Gesundheitsrisiken bringen kann. Dennoch bleiben erhöhte Temperaturen sowie die Belastung durch Saharastaub und damit verbundene gesundheitliche und ökologische Risiken bestehen, weshalb die Bevölkerung weiterhin zu Vorsicht und Schutzmaßnahmen aufgefordert ist.