Die Wasserversorgung Mallorcas steht vor großen Herausforderungen, insbesondere durch das erwartete Wachstum des Wasserverbrauchs bis zum Jahr 2035. Während frühere Annahmen von einem durchschnittlichen Verbrauch von 250 Litern pro Tag und Einwohner ausgingen, wird dies mittlerweile als unrealistisch betrachtet. Die aktuelle Regierung fokussiert sich daher auf ein Szenario, das den tatsächlichen Verbrauch und das Wachstum des Tourismussektors besser widerspiegelt. Dieses Szenario prognostiziert einen Anstieg des jährlichen Wasserverbrauchs um 20,8 Kubikkilometer, was der Produktionskapazität einer herkömmlichen Entsalzungsanlage entspricht. Die Gesamtnachfrage auf Mallorca würde demnach 130,3 Kubikkilometer betragen. Andere Szenarien gehen von niedrigeren Verbrauchsmengen aus, nämlich 117,2 beziehungsweise 122 Kubikkilometern. Die beiden großen Stauseen im Tramuntana-Gebirge – Cúber und Gorg Blau – tragen durchschnittlich 7,7 Kubikkilometer jährlich bei, mit einem maximalen Potenzial von 12 Kubikkilometern. Dies verdeutlicht, dass der Großteil des Wassers durch andere Quellen, insbesondere Grundwasser, gedeckt wird. Aufgrund der Gefahr der Übernutzung von Aquiferen sind Maßnahmen geplant, die eine Erholung dieser Grundwasserleiter sicherstellen sollen, vorausgesetzt, es gibt ausreichende Niederschläge. Außerdem wird angestrebt, Wasserverluste im Netz um 17 % zu reduzieren, mit spezifischen Zielvorgaben für einzelne Gemeinden. Im Mittelpunkt der zukünftigen Wasserversorgung steht eine verstärkte Nutzung der Entsalzungstechnologie. Aktuell gibt es drei Entsalzungsanlagen auf Mallorca (Alcudia, Andratx und Palma). Eine vierte Anlage soll in Felanitx errichtet werden, um die östlichen und südlichen Regionen der Insel zu versorgen und mit dem Hauptwassernetz verbunden zu werden, sobald dieses Manacor erreicht. Damit soll auch das Wasserversorgungsnetz in der Ebene (Pla) Mallorcas, die derzeit als einziges Gebiet der Insel eine Dürrewarnung besitzt, mit ausreichend Wasser versorgt werden. Insgesamt beschreibt die Strategie eine Kombination aus moderatem Verbrauchsanstieg, effizienter Ressourcennutzung und technologischem Ausbau, um den Wasserbedarf Mallorcas auch unter trockenen Bedingungen zu sichern.
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