In Palma müssen sich derzeit zwei Männer wegen versuchter Brandstiftung mit schweren Körperverletzungen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert in beiden Fällen hohe Haftstrafen.
Im ersten Fall verlangt die Anklage 18 Jahre Haft für einen jungen Spanier, der im Januar 2025 versucht haben soll, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Der Vorfall ereignete sich an einem Geldautomaten in der Straße Rosselló im Stadtviertel Santa Catalina. Das 45-jährige Opfer erlitt schwere Verbrennungen an Händen und Beinen. Die Ermittler gehen von einem aporophoben Motiv aus – einer Abneigung gegen arme oder obdachlose Menschen.
Im zweiten Fall fordert die Staatsanwaltschaft 16 Jahre Gefängnis für einen 50-jährigen Russen. Er soll am 2. August 2025 seinen Mieter in einer Wohnung in der Barriada Es Molinar mit entzündbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet haben. Hintergrund war offenbar ein Mietkonflikt: Der Angreifer soll frustriert darüber gewesen sein, dass der Mieter trotz mehrfacher Aufforderung nicht auszog.
Unterschiedliche Motive, ähnliche Gefahr
Die beiden Fälle zeigen, wie soziale Spannungen und Wohnkonflikte zu extremer Gewalt führen können. Während der spanische Angeklagte aus Verachtung gegenüber Obdachlosen gehandelt haben soll, trieb den russischen Täter die Auseinandersetzung um seine Mietwohnung zu der Tat.
Trotz unterschiedlicher sozialer Kontexte ist beiden Delikten gemein, dass die Opfer in akute Lebensgefahr gerieten. Nur durch schnelles Eingreifen konnte in beiden Fällen Schlimmeres verhindert werden. Die Verhandlungen vor dem Provinzgericht Palma werden in den kommenden Wochen erwartet.










