Eine aktuelle Untersuchung deutet darauf hin, dass Christoph Kolumbus nicht in Genua, sondern möglicherweise auf Mallorca geboren wurde. Diese Theorie wurde durch eine detaillierte Analyse historischer Dokumente aufgestellt. Der Ingenieur Carlos García-Delgado hat in seinem Buch El origen de Colón más allá del ADN verschiedene Fakten neu interpretiert, um die gängige Annahme über die Herkunft des bekannten Entdeckers zu hinterfragen.
Die Untersuchung basiert auf 15 dokumentierten Fakten, die gegen die Annahme sprechen, Kolumbus sei der Sohn eines bescheidenen Webers aus Genua. Unter anderem belegen die Dokumente, dass ihm der Adelstitel „Don“ verliehen wurde – ein Privileg der hohen Adelsstände im 15. Jahrhundert. Zudem wird Kolumbus in keinem zeitgenössischen Dokument als „Colombo“ bezeichnet, und er hat keine italienischen Aufzeichnungen hinterlassen.
Genetische Analysen sollen mallorquinische Herkunft belegen
Jose Antonio Lorente von der Universität Granada plant, in den kommenden Monaten durch genetische Untersuchungen weitere Beweise für die mallorquinische Herkunft zu finden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Consell de Mallorca durchgeführt. Ziel ist es, die Echtheit der sterblichen Überreste Kolumbus‘ zu überprüfen und möglicherweise durch DNA-Analysen seine Herkunft zu bestätigen.
Gabriel Verd, ein prominenter mallorquinischer Historiker, unterstützt die Theorie der mallorquinischen Herkunft und argumentiert mit der Verwendung des inseltypischen Katalanisch in Kolumbus‘ Dokumenten. Sollte diese Annahme zutreffen, könnte sie die Geschichtsbücher weltweit neu schreiben.
Während viele Historiker die genuesische Abstammung weiterhin bevorzugen, könnte die neue Forschung zu einem tiefgreifenden Wandel im Verständnis von Kolumbus‘ Herkunft führen und Mallorca in den Mittelpunkt wissenschaftlicher und kultureller Aufmerksamkeit rücken.










