Haie im Mittelmeer sind durch falsche Vorstellungen und Medienberichte oft negativ behaftet, obwohl die tatsächliche Gefahr eines Haiangriffs extrem gering ist – etwa so unwahrscheinlich wie ein Lottogewinn. Besonders Medien auf Mallorca wirken manchmal überdramatisierend, wenn Haie nahe der Küste gesichtet werden. Tatsächlich nähern sich Haie oft flachen Gewässern, weil sie dort Schutz suchen – beispielsweise wenn sie verletzt oder orientierungslos sind. Menschen gehören jedoch nicht zu ihrer Beute.
Diese Missverständnisse führen leider zu einer Gefährdung der Hai-Populationen im Mittelmeer. Studien belegen, dass je nach Art bis zu 99,99 % der Haie bereits verschwunden sind. Ursprünglich beheimatet waren u.a. der Weiße Hai, der Hammerhai und der Blauhai. Hauptursachen für ihren Rückgang sind Überfischung und Umweltverschmutzung. Haie sind jedoch essenziell für das marine Ökosystem, da sie als Aasfresser tote Tiere entfernen und dadurch die Verbreitung von Krankheiten verhindern.
Organisationen wie Shark Med engagieren sich aktiv für den Schutz und die Erforschung der Haie und klären die Bevölkerung sowie Fischer auf. Ein Problem sind etwa Blaufische, die sich oft an Angelhaken verfangen und dann qualvoll sterben, wenn Fischer die Leinen abschneiden, statt die Haken zu entfernen.
Die Forschung erfolgt durch den Einsatz von Unterwasserkameras und DNA-Analysen von Wasserproben, um den aktuellen Bestand und die Artenvielfalt der Haie um die Balearischen Inseln zu ermitteln. Die Finanzierung stammt hauptsächlich von Stiftungen und Spenden, da die technische Ausrüstung teuer ist.
Besonders eindrucksvoll war für Forscher die Begegnung mit einer neugierigen weiblichen Blauhai, die durch vorsichtiges Berühren mit ihrer Sinnesempfindung Kontakt aufnahm. Solche Erlebnisse zeigen, wie wichtig Verständnis und Schutz dieser Tiere sind.
Kooperationen mit touristischen Unternehmen wie TUI unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz der Haie im Mittelmeer weiter.