An der Universität der Balearen hat eine verpflichtende Umfrage unter Studierenden eine heftige Kontroverse ausgelöst. Der Fragebogen verlangte von den Teilnehmern, ihre politische Präferenz bei hypothetischen Wahlen offenzulegen. Zahlreiche Studierende äußerten erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, da die Umfrage trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht wirklich anonymisiert war. Die Teilnehmer mussten einen persönlichen Code sowie ihre institutionelle E-Mail-Adresse eingeben – Angaben, die Rückschlüsse auf einzelne Personen ermöglichen. Besonders brisant: Neben der politischen Orientierung wurden auch sensible Themen wie die Haltung zur Immigration abgefragt.
Kritische Stimmen werfen der Universitätsleitung vor, mit dieser Befragung ihre Kompetenzen überschritten und in die Privatsphäre der Studierenden eingegriffen zu haben. Zudem besteht die Sorge, dass die erhobenen Daten zweckentfremdet werden könnten. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit katalanistischen Bestrebungen und sprachpolitischen Zielen.
Debatte über Datenschutz und akademische Neutralität
Der Vorfall befeuert die Diskussion über Datenschutz und akademische Freiheit auf den Balearen. Die Universität steht außerdem im Verdacht, enge Verbindungen zur ‚Plataforma per la Llengua‘ zu unterhalten. Dies wirft Fragen nach der Unabhängigkeit einer öffentlichen Bildungseinrichtung auf. Kritiker fordern mehr Transparenz und die strikte Einhaltung der geltenden Datenschutzrichtlinien.
Die Affäre zeigt, wie wichtig es ist, dass Universitäten als Orte des pluralistischen Diskurses und der kritischen Analyse sowohl die Meinungsfreiheit als auch die Datenschutzrechte ihrer Studierenden achten. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Praxis und Ethik akademischer Institutionen in Spanien auf.










