Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat am Donnerstag in Palma de Mallorca den neuen Polizeichef der Balearen, José Antonio Puebla, offiziell eingeführt. Die Zeremonie fand unter erheblichen politischen Spannungen statt. Sowohl die Regierung von Marga Prohens als auch die Partei Vox übten scharfe Kritik an Marlaska. Sie werfen ihm mangelnde Unterstützung der Sicherheitskräfte im Kampf gegen den Drogenhandel vor und kritisieren seinen Umgang mit der Migrationskrise.
Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens blieb der Veranstaltung demonstrativ fern. Sie wirft dem Innenminister vor, kein Interesse an der Migrationskrise zu zeigen, obwohl diese die Region stark belastet. Zudem bemängelte sie, dass Marlaska während seiner gesamten Amtszeit nie das Gespräch mit der balearischen Regierung gesucht habe. Auch Vertreter von Vox fehlten bei der Zeremonie – ein bewusster Protest gegen den Minister. Die Partei hatte bereits zuvor gegen die von Marlaska angeordnete Schließung der Anti-Drogen-Einheit OCON-Sur protestiert.
Vorwürfe nach Tod zweier Guardia-Civil-Beamter
Manuela Cañadas von Vox kritisierte den Minister auch im Zusammenhang mit dem Tod zweier Guardia-Civil-Beamter am 8. Mai. Die beiden Polizisten kamen bei einem Einsatz gegen Drogenschmuggler ums Leben. Cañadas warf Marlaska vor, die Sicherheitskräfte unzureichend ausgestattet zu haben. Besonders empört zeigte sich die Opposition darüber, dass Marlaska nicht an den Beerdigungen der Beamten teilgenommen hatte.
Marlaska selbst verwies während der Einführung auf Erfolge bei der Migrationsbekämpfung. Polizei und Guardia Civil arbeiteten effizient in den Herkunftsländern der Migranten, was im vergangenen Jahr zu einem Rückgang der Ankünfte um 40 Prozent geführt habe. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Lage auf den Balearen angespannt bleibe. Er kündigte verstärkte Kooperationen mit den Herkunftsländern an, die langfristig Verbesserungen bringen sollen.
Die Opposition und Vertreter der regionalen Polizei machten deutlich, dass sie mit der derzeitigen Sicherheitslage und den politischen Entscheidungen der Regierung unzufrieden sind.










