Spanien erlebt eine der schlimmsten Waldbrandsaisonen der letzten zwei Jahrzehnte, ausgelöst durch eine außergewöhnlich lange Hitzewelle, die bis zu 45 Grad Celsius erreicht hat. Diese Hitzewelle, eine der längsten der letzten 50 Jahre, hat seit 16 Tagen unvermindert angehalten und belastet die betroffenen Regionen schwer. Bis jetzt wurden in Spanien rund 344.400 Hektar Waldfläche zerstört – die größte Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006 und mehr als viermal so viel wie der Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2024, laut dem European Forest Fire Information System (EFFIS).
Die Feuer breiten sich in verschiedenen Regionen, darunter besonders schwer betroffen sind Galicien und Kastilien und León, wo allein in der letzten Woche etwa 20 Waldbrände tausende Hektar vernichteten. Die dichten Rauchschwaden erschweren zudem den Einsatz von Löschflugzeugen erheblich. Um die Brandbekämpfung zu unterstützen, hat die spanische Armee 1.900 Soldaten entsandt. Aufgrund der Brände wurden wichtige Bahnstrecken eingestellt, und eine 50 Kilometer lange Strecke des historischen „Camino de Santiago“ wurde ebenfalls von den Flammen erfasst und gesperrt. Dieser Pilgerweg verbindet Frankreich mit der Stadt Santiago de Compostela an Spaniens westlicher Spitze, wo die Überreste des Apostels Jakobus vermutet werden.
Trotz der Herausforderung für die Pilger betont ein 75-jähriger Pilger aus Astorga, dass die Unannehmlichkeiten für die Wegeswanderer nur vorübergehend seien und mit dem Schicksal der lokalen Bevölkerung nicht vergleichbar sind, die von den Bränden unmittelbar betroffen ist. Die Löscharbeiten und Hilfsmaßnahmen sind ein Gemeinschaftsprojekt, das Feuerwehr, Armee und weitere Einsatzkräfte vereint, um die Ausbreitung der Feuer einzudämmen und Menschenleben sowie Infrastruktur zu schützen. Experten sehen dabei den Klimawandel als einen der Hauptfaktoren, welcher die Entstehung und Ausbreitung solch intensiver und langanhaltender Brände begünstigt.