Fischadler und Rotmilane zeigen stabile Zahlen – doch Störungen gefährden den Bruterfolg
Die Conselleria d’Agricultura, Pesca i Medi Natural verzeichnet auf den Balearen erneut stabile Bestände bei den großen Greifvögeln. Allerdings warnt die Behörde vor unterschiedlichen Reproduktionsraten: Störungen während der Brutzeit beeinträchtigen den Nachwuchs erheblich. Das jährliche Monitoring dokumentiert zwar insgesamt konstante Populationen, doch vielerorts bleibt die Fortpflanzung hinter den Erwartungen zurück.
Auf Mallorca überwachten Experten 35 Nester des Fischadlers. Von elf territorialen Paaren legten acht Eier, fünf zogen erfolgreich Junge auf – insgesamt überlebten elf Küken. Im Parc Nacional del Archipiélago de Cabrera wuchsen von fünf Paaren vier Küken heran. Auf Ibiza bildeten drei Paare vier Küken aus, auf Menorca flogen sechs Junge von drei Paaren erfolgreich aus.
Rotmilan-Population: Stabile Zahlen auf Mallorca, Rückgang auf Menorca
Bei den Rotmilanen auf Mallorca untersuchten die Biologen 171 Nester: 52 waren besetzt, in 49 wurden erfolgreich Eier gelegt. Mindestens 62 Küken schlüpften, 15 davon schickten die Behörden zur Bestandsstützung nach Andalusien. Auf Menorca hingegen entdeckten die Fachleute zwar 68 Paare, doch die Produktivität sank deutlich.
Menschliche Störungen als Hauptgefahr
Der Schutz der sensiblen Brutzeit erfordert gezielte Maßnahmen gegen menschliche Eingriffe. Unbefugtes Betreten von Brutgebieten und Lärmbelästigungen gefährden das Fortpflanzungsverhalten der Greifvögel erheblich. Die Behörde beschränkt deshalb den Zugang zu bestimmten Gebieten, um die Vögel nicht zu vertreiben.
Das Monitoring zeigt, wie wichtig spezifische Schutzmaßnahmen für den Erhalt dieser gefährdeten Arten sind. Die Brutzeit der Rotmilane dauert von Februar bis Juni, die der Fischadler von Februar bis Juli. Die Konselleria appelliert an die Bevölkerung, die geltenden Naturschutzvorschriften strikt einzuhalten, um die Greifvogelpopulationen langfristig zu sichern.










