Auf Mallorca, Spanien, stellen Gästeobjekte und Restaurants zunehmend strenge und teilweise fragwürdige Regeln für Kunden auf, die den Restaurantbesuch erschweren. Laut der Organisation OCU wird es immer schwieriger, in beliebten oder angesagten Lokalen einen Tisch zu bekommen. Gleichzeitig wenden viele Gaststätten Praktiken an, die rechtlich umstritten oder ärgerlich für Gäste sind. Grundsätzlich dürfen Restaurants ihre Bedingungen für Serviceleistungen frei bestimmen, solange diese nicht gegen fundamentale Rechte verstoßen oder durch Vorschriften verboten sind, und müssen Kunden klar und vorab informieren.
Wichtige gesetzliche Regeln, an die sich Restaurants halten müssen, umfassen: die Verpflichtung, physische Menüs bereitzustellen, da reine QR-Code-Menüs vor allem ältere Menschen mit geringeren digitalen Kenntnissen benachteiligen; die Pflicht, Preise inklusive Mehrwertsteuer auf den Menüs auszuweisen, da Preisangaben ohne MwSt. illegal sind; die Pflicht, Markpreisangaben (z.B. pro Kilo) sichtbar zu machen; die gesetzliche Erlaubnis für Barzahlungen, die Restaurants nicht ablehnen dürfen; das Verbot, einen Aufschlag für Service oder Gedecke zu erheben, außer in Gebieten mit speziellen regionalen Regelungen; die Pflicht, kostenloses Leitungswasser auf Anfrage bereitzustellen; und das freiwillige Geben von Trinkgeldern, da in Spanien keine Trinkgeldpflicht besteht.
Legale, aber für Gäste oft unangenehme Praktiken sind unter anderem: die Beschränkung von Reservierungen auf mehrere Personen (etwa keine Einzelreservierungen), das Verlangen von Anzahlungszahlungen bei Reservierungen, die dann aber auf die Endrechnung angerechnet werden müssen, und die zeitliche Begrenzung von Tischaufenthalten. Zudem ist es erlaubt, für Extras wie Brot, Eis oder Milch im Kaffee Aufschläge zu verlangen, wenn diese auf der Preisliste kenntlich gemacht sind.
Es gibt auch Unsicherheiten in Bezug auf die Toilettennutzung, da regionale Gesetzgebungen hier uneinheitlich sind – grundsätzlich sind Toiletten für Kunden kostenfrei, aber manche Lokale verbieten Nicht-Kunden den Zutritt oder verlangen Gebühr für die Nutzung.
Die OCU empfiehlt Kunden, ihre Rechte zu kennen und bei illegalen Praktiken Beschwerdeformulare in den Restaurants zu verlangen und Beweise (Fotos, Preisliste, Rechnung) zu sichern. Beschwerden können zu Verwaltungsverfahren und Kontrollen führen, jedoch keine direkten Entschädigungen bieten. Kunden sollten zweifelhafte Gastronomieangebote kritisch hinterfragen und gegebenenfalls auf alternative Lokale ausweichen.