Der Stierkampf ist tief verwurzelt in der spanischen Kultur und insbesondere auf Mallorca, wo er nicht nur als Tradition, sondern auch als identitätsstiftendes Ritual gilt. Schon Ernest Hemingway beschrieb in seinem 1926 erschienenen Roman „Fiesta“ das archaische Duell zwischen Stier und Matador als eine Performance, die Mut, Kunst und die Intensität des Lebens symbolisiert, aber auch eine existentielle Herausforderung darstellt. Die Begeisterung des Publikums mit Rufschreien wie „¡Viva España!“ und „¡Visca Mallorca!“ zeigt die starke kulturelle Verankerung dieses Spektakels.
Gleichzeitig ist der Stierkampf ein brutal-erbarmungsloses Schauspiel. Auch wenn der Torero in der Arena scheinbar Leben und Leib riskiert, verliert der Stier fast immer und bezahlt dies mit seinem Leben. Diese Realität hat in jüngster Zeit zu verstärkten Protesten von Tierschutzorganisationen geführt, die den Stierkampf als veraltetes, blutiges Gemetzel verurteilen. Die Debatte um den Stierkampf ist höchst kontrovers und emotional aufgeladen, zumal es für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist, wie tief dieses Ritual in der iberischen Kultur verwurzelt ist. Trotz der Kritik bleibt der Stierkampf eine bedeutende kulturelle Praxis, die sowohl mit Bewunderung als auch mit Ablehnung betrachtet wird.