Ein Gesetzentwurf zur Ausweitung der Bundeswehr hat in Deutschland die Diskussion über mögliche wirtschaftliche Auswirkungen auf touristische Regionen in Spanien entfacht. Der Bundesrat verabschiedete einen Plan zur Erhöhung der Anzahl der aktiven Soldaten und Reservisten der Bundeswehr bis 2030. Eine Einführung eines freiwilligen Wehrdienstes von mindestens sechs Monaten ist Teil dieser Initiative. Dieser wird mit 2300 Euro monatlich vergütet, inklusiver Verpflegung und medizinischer Versorgung. Bundeskanzler Friedrich Merz führte die Maßnahme auf die angespannte Sicherheitslage in Deutschland und Europa zurück. Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte zudem, dass eine verpflichtende Wehrpflicht erwogen wird, falls die freiwillige Teilnahme nicht ausreicht.
Mögliche Auswirkungen auf Tourismus auf Mallorca
Spanische Tourismusvertreter zeigen sich besorgt, dass diese Maßnahme die Reisemöglichkeiten junger Deutscher, die häufig Urlaubsziele wie die Balearen oder Kanaren besuchen, negativ beeinflussen könnte. Auf den Balearen machen junge Deutsche im Alter von 15 bis 24 Jahren 13,7 Prozent aller Besucher aus. Auf den Kanaren beträgt dieser Anteil 9,3 Prozent. Ein Rückgang dieser Besucherzahlen könnte erhebliche wirtschaftliche Folgen für die lokale Hotel- und Gastronomiebranche haben.
Dennoch bleibt Deutschland ein bedeutender Quellmarkt für Spaniens Tourismus. Im Jahr 2024 reisten rund 11,9 Millionen Deutsche nach Spanien und gaben insgesamt 15,515 Milliarden Euro aus. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 7,9 Nächte. Obwohl 53 Prozent der deutschen Bevölkerung die wirtschaftliche Lage als verschlechtert einschätzen, sind Urlaubsreisen weiterhin eine hohe Priorität. Deutsche Touristen tendieren verstärkt dazu, unabhängig von Pauschalangeboten zu reisen und bevorzugen Unterkünfte in Hotels. Die Balearen und Kanaren bleiben die populärsten Ziele, gefolgt von Katalonien.