In Palma de Mallorca, Spanien, hat die Tourismusbranche in letzter Zeit mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen. Insbesondere antitouristische Demonstrationen haben erheblichen Schaden verursacht. Im Mai kam es zu Vandalismus am Almudaina-Palast, was negative Schlagzeilen erzeugte und potenzielle Touristen zum Nachdenken brachte, bevor sie Buchungen vornahmen. Zudem beeinträchtigen umfangreiche Bauarbeiten an zwei der Hauptverkehrsadern Palmas, dem Paseo Marítimo und Joan Miró, die Besucherzahlen während der Hauptsaison erheblich. Diese Bauarbeiten stehen aufgrund der hohen Temperaturen und des touristischen Hochbetriebs in der Kritik, da sie sowohl für Arbeiter als auch Reisende belastend sind. Fachleute schlagen vor, solche Maßnahmen in die Wintermonate zu verlegen, um die touristische Hauptsaison nicht zusätzlich zu beeinträchtigen.
Darüber hinaus wird Palma als eines der teuersten Reiseziele im Mittelmeerraum wahrgenommen, was zusammen mit den genannten Faktoren zu einem Rückgang der Buchungen führt. Besonders auffällig ist der Rückgang bei amerikanischen Touristen, was möglicherweise mit den Tarifpolitiken der Trump-Regierung zusammenhängt. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Hotels und Touranbieter einen Anstieg bei Gästen aus Kanada und Frankreich. Die deutsche und britische Klientel bleibt weiterhin die Mehrheit.
Die Auswirkungen erstrecken sich auch auf die Tourguide-Branche, die einen spürbaren Rückgang der Buchungen meldet. Touranbieter beobachteten, dass die anti-touristischen Demonstrationen insbesondere Palma erheblichen Schaden zufügten, da dadurch das Image der Stadt leidet. Die verzögerte und unangemessene Durchführung der Bauarbeiten auf Hauptverkehrsstraßen führt zudem zu weiteren Einschränkungen und Unannehmlichkeiten für Touristen.
In Bezug auf die Regulierung von Tourgruppen hat die Stadtverwaltung die Einführung einer neuen kommunalen Verordnung zur Begrenzung der Gruppengröße zunächst verzögert. Ursprünglich sollte die Gruppengröße auf 19 Personen pro Tour-Guide begrenzt werden, eine Zahl, die von Branchenvertretern als unrealistisch betrachtet wurde. Derzeit scheint eine Höchstgrenze von 35 Personen wahrscheinlicher, was als praktikablere Lösung gilt und bereits gebuchte Ausflüge nicht nachträglich beeinflussen soll.
Diese Entwicklungen zeigen die komplexen Herausforderungen, mit denen Palma im Streben nach nachhaltigem und touristisch attraktiven Wachstum konfrontiert ist. Insbesondere die Balance zwischen touristischer Attraktivität, nachhaltiger Entwicklung und sozialen Spannungen infolge von Anti-Tourismus-Bewegungen muss weiterverfolgt werden, um eine positive Entwicklung der Region sicherzustellen.