Mallorca, insbesondere die Stadt Palma und die Gemeinde Soller, stehen aktuell vor erheblichen Herausforderungen im Bereich Tourismus und Wohnungsmarkt, wie aus zahlreichen Erfahrungsberichten von Besuchern und Einwohnern hervorgeht. Eine der zentralen Problematiken ist die Überlastung öffentlicher Verkehrsmittel, insbesondere der Buslinien. So berichteten Reisende von einer knapp dreistündigen Fahrt nach Soller und vor allem einer chaotischen Rückfahrt in Palma, wo eine Warteschlange von bis zu 200 Menschen entstand. Die fehlende Kontrolle führte zu einer bedrohlichen Atmosphäre und sogar zu Konflikten, bei denen ältere Menschen gefährdet wurden, weil die Menge rücksichtslos vorging. Diese Vorkommnisse stellen ein schlechtes Image für die Insel dar und beeinträchtigen das Urlaubserlebnis erheblich.
Zudem gibt es wachsende Kritik am Einfluss von Ferienvermietungen wie Airbnb auf die lokale Bevölkerung und den Immobilienmarkt. Während einige Anwohner betonen, dass ausländische Käufer durch den Erwerb und die Renovierung von lokalen Immobilien das Ortsbild und die Gemeinschaft unterstützt haben, wird ebenso die hohe Belastung durch steigende Preise für Mieten und Eigentum beklagt. Besonders die hohen Miet- und Pachtkosten für gastronomische Betriebe entlang der Küste führen dazu, dass Besucher für gewöhnliche Leistungen überteuerte Preise zahlen müssen. Die lokale Infrastruktur wird zusätzlich durch den hohen Wasserverbrauch in den zahlreichen 5-Sterne-Hotels und die negativen Umwelteinflüsse der großen Kreuzfahrtschiffe belastet, die oft wenig wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt Palma bringen.
Kritiker bemängeln die politische Untätigkeit und die Verflechtungen zwischen Tourismusmanagement, Immobilienbranche und lokalen Regierungsstellen, die es erschweren, wirksame Maßnahmen zum Schutz der Inselbewohner und des nachhaltigen Tourismus umzusetzen. Die Aufteilung zwischen Ferienvermietungen und langfristigem Wohnraum stellt eine ungelöste Herausforderung dar. Viele Einheimische sehen sich verdrängt und beklagen fehlende bezahlbare Wohnmöglichkeiten. Die Forderungen reichen von einer Regulierung der Ferienvermietungen über die Reduktion der täglichen Flug- und Besucherzahlen bis hin zu einer stärkeren Fokussierung auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung.
Auch die Qualität der touristischen Dienstleistungen, insbesondere in Palma, wurde als rückläufig beschrieben. Langjährige Gäste berichten von veralteten Hotelzimmern ohne moderne Ausstattung wie begehbare Duschen und einer Verschlechterung des gastronomischen Angebots. Dies führt zu einer grundsätzlichen Überlegung, ob der Preis eines Mallorca-Urlaubs noch gerechtfertigt ist.
Insgesamt zeichnet sich ein komplexes Bild ab: Mallorca ist eine attraktive und schöne Urlaubsregion, steht jedoch vor Problemen mit Überfüllung, Umweltbelastung und Wohnraumknappheit, die dringend Lösungen auf lokaler und regionaler Ebene erfordern. Die Debatte bleibt emotional, da sich Einheimische, Touristen und Investoren mit teils widersprüchlichen Interessen gegenüberstehen.